APA11110930 - 22012013 - WIEN - ÖSTERREICH: Ein Ayslsuchender am Dienstag, 22. Jänner 2013, im provisorischen Lager in der Votivkirche in Wien. Die rund vierzig Flüchtlinge haben beschlossen, ihren seit 31 Tagen andauernden Hungerstreik zu unterbrechen. APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER

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Votivkirche
02/25/2013

Flüchtling von Polizei verhaftet

Die Unterstützer der Flüchtlinge beklagen "zunehmenden Druck durch die Polizei".

Ein weiterer Flüchtling aus der Wiener Votivkirche befindet sich in Schubhaft. Er ist am Freitag außerhalb der Kirche verhaftet worden, das gaben die Unterstützer der Flüchtlinge am Montag bekannt. Die Caritas bestätigte die Verhaftung, laut Polizei befindet sich ein Mann in Schubhaft. Nähere Details waren vorerst noch nicht bekannt.

"Wir wissen derzeit noch nichts genaueres", sagte Caritas-Wien-Sprecher Klaus Schwertner. Er betonte, dass Kardinal Christoph Schönborn den Flüchtlingen in der Votivkirche das Gastrecht und den Schutz der Kirche gegeben habe. Dieser Schutz können aber nur innerhalb der Kirchenmauern gelten. Auch die Wiener Polizei betonte, dass die Verhaftung außerhalb der Kirche stattgefunden habe.

Keine Gruppenlösung möglich

Schwertner erklärte, die Caritas sei weiterhin "intensiv daran", den Flüchtlingen klarzumachen, "dass es keine Gruppenlösung geben kann". Es sei wichtig, dass die Betroffenen das Angebot der Einzelfallprüfung annehmen, "damit man sie bestmöglich beraten, begleiten und unterstützen kann", so der Sprecher.

Aus Sicht der Caritas sei auch klar, dass nicht alle, die Asyl beantragen, dieses auch erhalten können, sagte er. Gleichzeitig verwies Schwertner aber auf einen "völlig unverständlichen" Unterschied der Behandlung von Asylanträgen von Pakistani in Österreich und Deutschland: Während in Deutschland die Schutzquote (Asylanerkennungsquote, subsidiärer Schutz und humanitärer Aufenthalt) bei 18,1 Prozent der Anträge gelegen habe (2012), betrug diese Rate in Österreich nur 1 Prozent. "Das bedeutet, dass die Sicherheitslage in Pakistan von zwei EU-Staaten sehr unterschiedlich eingeschätzt wird."

Druck durch Polizei

In der Vergangenheit waren schon mehrere der in der Kirche ausharrenden Flüchtlinge von der Polizei festgenommen worden (jeweils außerhalb der Kirche). Zwei davon wurden bisher nach Ungarn abgeschoben.

Die Unterstützer der Flüchtlinge beklagten in einer Aussendung "zunehmenden Druck durch die Polizei", dem die Flüchtlinge ausgesetzt seien. Mehrfach hätten Zivilpolizisten - vor der Votivkirche und benachbarten Räumen der Universität - Personenkontrollen durchgeführt. Einer der Flüchtlinge forderte im Namen der Protestierenden die Freilassung des verhafteten Mannes.

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