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Chronik Wien
12/30/2021

Von der Wiener Stadthalle auf das Schiffsdeck

Mit Wolfgang Fischer verlässt ein ebenso schillernder wie umstrittener Manager die Wiener Stadthalle. Künftig kümmert er sich um die Donauflotte

von Josef Gebhard

Wechsel im Management der Wien Holding sorgen normalerweise eher nur bei Wirtschaftsinsidern für Interesse. Anders ist das, wenn sich der Chef des wohl bekanntesten Unternehmens des städtischen Konzerns verabschiedet: Nach zehn Jahren gibt Wolfgang Fischer die Geschäftsführung der Wiener Stadthalle ab und wechselt als Geschäftsführer zur DDSG Blue Danube Schifffahrt, die ebenfalls zur Holding gehört.

Nachfolger des 60-Jährigen wird, wie die Holding dezent zwischen den Feiertagen verkündet hat, Matthäus Zelenka, bisher bei der Wien Ticket Gruppe tätig.

Extravaganter Manager

Viele wollen nicht so recht glauben, dass Fischer den prestigeträchtigen Job in der Stadthalle freiwillig aufgegeben hat. Viel zu sehr schien sich der ehemalige ORF-Mitarbeiter, der sich gerne in extravaganter Kleidung mit Promis auf Society-Events ablichten lässt, in seiner Rolle zu gefallen.

Kenner beschreiben Fischer, der mit kräftiger Hilfe der damaligen Finanzstadträtin Renate Brauner in seinen Job gelangt sein soll, als „Grenzgänger“ – und meinen damit nicht unbedingt seine Auftritte auf dem gesellschaftlichen Parkett. Von rüdem Umgang mit Mitarbeitern ist die Rede, ebenso von einer unscharfen Abgrenzung zwischen Spesenkonto und privaten Ausgaben.

Vom KURIER darauf angesprochen, will Fischer nicht näher auf diese Vorwürfe eingehen, sondern antwortet lieber mit einem Schnitzler-Zitat: „Wien ist die Welthauptstadt der uneigennützigen Gemeinheiten“, sagt er knapp.Für Wirbel hatte zuletzt auch ein Stadtrechnungshofbericht zur Gebäudetechnik und Sicherheit in der Stadthalle gesorgt, der die bemerkenswert hohe Zahl von 50 Empfehlungen beinhaltet.

„Gemessen daran, wie groß die Stadthalle ist und dass es die erste derartige Überprüfung in ihrer 60-jährigen Geschichte war, ist der Bericht sehr gut ausgefallen. Wenn von 12.000 Steckdosen eine aus der Wand heraushängt und eine Brandschutztür nicht schließt, ist das nicht so schlecht“, betont Fischer.

Sein Wechsel zur DDSG habe damit jedenfalls nichts zu tun. Dieser entspringe vielmehr seinem Wunsch, sich nach zehn Jahren beruflich neu zu orientieren. Wobei er zwischen seinem alten und neuen Betätigungsfeld etliche Gemeinsamkeiten ortet: „Es sind beides sehr traditionelle Unternehmen, die das Ziel haben, die Menschen zu unterhalten und glücklicher zu machen.“

Unterhaltung zu Wasser

Die Holding formuliert es etwas trockener: Von Fischers Erfahrung soll nun die DDSG profitieren. Das heißt: Er soll sich auch auf den Ausbau des Event- und Veranstaltungsbereiches auf den Schiffen konzentrieren. Vielleicht doch genau das richtige für den Society-Löwen.

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