Sommerbaustellen: Wo sich Wien durch den Sommer staut
Etwas Gutes hat der Baustellensommer: Die Wienerinnen und Wiener können endlich aufatmen, es gibt wieder einen guten Grund zum Raunzen. Genau genommen sogar viele.
Eine ganze Reihe an – zum Teil größeren – Baustellen wird es heuer auf den Wiener Straßen geben. Manche davon befinden sich schon in Arbeit: „Der Baustellensommer ist heuer in Wirklichkeit schon auf das ganze Jahr ausgedehnt“, sagt Christian Zant, der Baustellenkoordinator der Stadt. „Die Highlights behalten wir uns aber für den Sommer auf.“
Sperre am Alsergrund
Eines dieser „Highlights“ befindet sich am Alsergrund. Wie der KURIER bereits berichtete, wird es im Bereich Währinger Straße, Spitalgasse und Nußdorfer Straße zu einer umfangreichen Sperre kommen. Von 13. Juli bis Ende August werden dort Gleise und Weichen erneuert – insgesamt sieben Bim-Linien (5, 12, 37, 38, 40, 41 und 42) müssen dafür umgeleitet, kurzgeführt oder eingestellt werden. Auch für den Individualverkehr wird der Bereich gesperrt. Neben den Gleisbauarbeiten werden an dieser Stelle auch Vorarbeiten für die künftige U5 durchgeführt, sagt Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien.
Gebaut wird dieses Jahr aber auch am Ring wieder: Die Wiener Linien erneuern Gleise und Weichen am Universitätsring, am Schottenring und in der Akademiestraße. Von 13. Juli bis Ende August werden deshalb die Linien 1 (zwischen Karlsplatz und Julius-Raab-Platz über Stubenring) und D (zwischen Schwarzenbergplatz und Börse über Stubentor und Schwedenplatz) umgeleitet.
Die Linie 71 wird kurzgeführt, sie verkehrt nur zwischen Kaiserebersdorf und Schwarzenbergplatz. Die Linie 62 wird sogar bis Ende 2027 zum Quartier Belvedere umgeleitet. Grund dafür ist auch die Sperre der Stammstrecke (siehe Infobox).
Die Auswirkungen der Arbeiten am Ring werden auch die Autofahrer spüren: Die Anzahl der Fahrstreifen wird von drei auf zwei reduziert. Eine davon wird über das zu dieser Zeit betriebslose Straßenbahngleis geführt werden. Am Karlsplatz geht es ebenfalls eng zu. Dort wird es für einen kurzen Zeitraum zu einer Reduktion auf einen Fahrstreifen in Fahrtrichtung Schwarzenbergplatz kommen.
Neue Bim nimmt Betrieb auf
Dem Ende nähern sich die Arbeiten bei der Stadionbrücke, die im vergangenen Jahr ertüchtigt wurde. Die Freigabe für den Verkehr soll im August erfolgen. Ab Herbst soll dann die verlängerte Straßenbahnlinie 18 über die Brücke bis zum Stadion fahren.
Neben der Stadionbrücke rücken heuer auch noch weitere Brücken in den Fokus: Anfang Juli starten Sanierungsarbeiten auf der Floridsdorfer Brücke – gleichzeitig werden die Gleise getauscht. Von 6. Juli bis Ende August wird die Linie 31 deshalb zwischen Schottenring und Friedrich-Engels-Platz kurzgeführt. Für den Individualverkehr wird während der Bauzeit jeweils ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Der Geh- und Radweg kann durchgehend benutzt werden.
Ebenfalls Anfang Juli beginnen umfassende Instandsetzungsarbeiten an der Hochstraße Klosterneuburg in Döbling. Erneuert wird unter anderem die Entwässerung, Betonschäden werden behoben. Je ein Fahrstreifen pro Richtung wird während der Arbeiten befahrbar bleiben, es kommt aber zu Einschränkungen auf der Heiligenstädter Straße. Geh- und Radverkehr werden aufrechterhalten.
Bei der Schönbrunner Brücke wird zwischen 22. Juli und 4. September die Fahrbahnoberfläche erneuert sowie die Abdichtung der darunter verlaufenden U4 instandgesetzt. Von der Grünbergstraße kommend bleiben zwei Linksabbiegestreifen in die Linke Wienzeile stadtauswärts und ein Geradeaus-Fahrstreifen erhalten. Die jährlichen Betonfeldsanierungen am äußeren Gürtel werden bis Ende der Sommerferien abgeschlossen.
Einbahnstraße und Begegnungszone
Fortgesetzt werden außerdem die Neugestaltungen der äußeren Mariahilfer Straße und der Landstraßer Hauptstraße. Erstere wird nach Abschluss der Arbeiten abschnittsweise zu einer Einbahnstraße, zweitere wird teilweise zu einer Begegnungszone (der KURIER hat berichtet).
Arbeiten am Wasserrohr- oder Fernwärmenetz gibt es unter anderem in der Lainzer Straße, am Flötzersteig oder in der Maxingstraße. In der Brünner Straße kommt es bis Mai 2027 zu Beeinträchtigungen wegen der Errichtung eines Radwegs.
Mit wachsender Sorge blicken die Wiener derzeit vor allem einer Großbaustelle entgegen: der Sperre der Stammstrecke. Ganze 16 Monate lang wird die S-Bahn-Verbindung zweigeteilt. Eine „Mammutaufgabe“, sagt der Baustellenkoordinator der Stadt, Christian Zant.
Von 4. Juli bis 6. September wird die Stammstrecke vorerst nicht zwischen Floridsdorf und Praterstern verkehren. Anschließend gehen die Arbeiten im Abschnitt zwischen Praterstern und Hauptbahnhof weiter: Von 7. September bis Oktober 2027 wird dieser Abschnitt gesperrt sein. Eine derart lange Streckensperre dieser wichtigen Verkehrsader habe es bisher noch nie gegeben, sagt Zant. „Der verstärkte Ansturm auf unsere U-Bahnen wird spürbar sein“, ergänzt Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien. Reagieren will man mit einem Ersatzmaßnahmenprogramm: „Alles Material, das verfügbar sein wird, werden wir bei Stoßzeiten über unser Netz schicken.“
Zeitgleich zu dieser umfassenden Sperre finden im S-Bahn- und U-Bahn-Netz weitere – zum Teil monatelange – Bauarbeiten statt: Die Verbindungsbahn (S80) etwa wird zwischen 4. Juli und 7. September nur zwischen Wien-Aspern und Hauptbahnhof verkehren. Ab 7. September bis Ende 2027 wird sie weiter bis Meidling geführt. Auf der U4 wird es zwischen 3. Juli und 3. August keinen Betrieb zwischen Schwedenplatz und Landstraße geben. Und die U3 wird von 13. Juli bis 31. August nicht zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof verkehren.
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