Umbau am Wiener Naschmarkt: Die Markthalle kommt, ein Park aber auch

Umbau am Wiener Naschmarkt: Die Markthalle kommt, ein Park aber auch
Nach langem Streit mit Anrainern und Bürgerinitiativen legt Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) ihre Pläne für die Umgestaltung des Parkplatzes beim Naschmarkt vor.

Und sie kommt also doch. Die umstrittene Markthalle am großen Parkplatz des Naschmarkts soll Realität werden. Aber eben nicht nur. Das zeigt der "Masterplan" zur Neugestaltung des Areals zwischen den beiden Wienzeilen.

Umbau am Wiener Naschmarkt: Die Markthalle kommt, ein Park aber auch

So soll der Naschmarkt künftig aussehen

Man habe, wie es heißt, eine "salomonische Lösung" gefunden - und will auf dem Gebiet gleich mehrere neue Zonen einrichten. So sollen auch die skeptischen Anrainer, die sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, mit ins Boot geholt werden.

Noch größerer Bereich

Nach Abschluss des sogenannten "kooperativen Verfahrens" mit den Siegern eines Ideenwettbewerbs sei es gelungen, die wichtigsten Wünsche der Anrainer zu erfüllen - und zwar jene nach mehr Grün, konsumfreien Zonen, regionalen Produkten und dem Erhalt des Flohmarkts.

Der Bereich, den die Stadt umgestalten will, ist nun noch größer als ursprünglich geplant: Er umfasst neben dem Parkplatz bei der U-Bahn-Station Kettenbrückengasse (auf dem derzeit der wöchentliche Flohmarkt stattfindet) nun auch das Areal des Bauernmarkts, der jeden Samstag vor dem westlichen Entrée des Naschmarkts stattfindet.

Die Pläne im Detail

Im westlichen Projektbereich, also am aktuellen Naschmarkt-Parkplatz, teilen sich laut Masterplan künftig Grünraum und Flohmarkt die Fläche von 12.000 Quadratmetern: Dabei soll einerseits ein "urbaner, begrünter, gut gekühlter und nutzungsoffener Freiraum entstehen" - also eine Art Park -, für den im Konzept 58 Prozent der Fläche ganz im Westen einkalkuliert wurde. 

Durch umfassende Begrünungsmaßnahmen am bisherigen Parkplatz soll die dort verlaufenden Kaltluftschneise entlang des Wienflusses aktiviert werden, sagt Stadträtin Sima. Die von einigen geforderten Baumpflanzungen seien aufgrund der darunterliegenden Gewölbe nur in den Randbereichen möglich. In der Platzmitte sollen jedoch "weitläufige Grünflächen und Gräserbeete" für Entsiegelung und Kühlung sorgen.

Wiens Verkehrsstadträtin Ulli Sima

Die rote Planungs- und Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) will auf der erweiterten Fläche Platz "für alle Ideen" schaffen.

Ebenfalls überlegt werde, zwei neue Überplattungen über der U4 zu bauen, ähnlich jener ein Stück weiter stadtauswärts. Sie könnten, so Sima, die Durchlässigkeit zwischen den Bezirken erhöhen und weitere Grünbereiche, etwa rund um die Falcostiege, in den Platz integrieren. 

Für den Flohmarkt stehen künftig 42 Prozent des Parkplatzes zur Verfügung. Allerdings soll der Platz, der während der Woche leer steht bzw als Parkplatz genutzt wird, künftig besser bespielt werden.

Im Konzept ist er als "multifunktionaler Freiraum" vorgesehen, an dem an flohmarktfreien Tagen verschiedene Aktivitäten möglich sein sollen - vom Freiluftkino über Fahrradkurse bis hin zu Lesungen und Outdoor-Yoga. Baumpflanzungen sollen auch in diesem Bereich für Begrünung sorgen.

Möglichkeit zur Bebauung

Wirklich spannend ist der Blick auf das Areal des Bauernmarktes: Hier will die Stadt die sogenannte Markthalle errichten - auch wenn das so explizit niemand mehr aussprechen will. Die Stadträtin hat nach langen Querelen das Wort "Markthalle" aus ihrem Vokabular gestrichen. Daher heißt es nun wie folgt: Im Gegensatz zum Naschmarkt-Parkplatz sehe der Masterplan "in diesem Bereich die Möglichkeit einer Bebauung vor". Hier soll ein "architektonischer Auftakt für den Naschmarkt" entstehen. Die neue Gestaltung soll "gut eingebettet sein in die historischen Gebäude", heißt es. Parkplätze wird es jedenfalls keine mehr geben.

Rund 5.000 Quadratmeter stehen hier zur Verfügung. Der aktuell ansässige Bauernmarkt bleibe "selbstverständlich" im aktuellen Flächenumfang bestehen, beteuert die Stadträtin. Er werde in das neue Konzept integriert. Regionale Produzenten sollen hier weiter ihre Produkte anbieten. Der "bisher vernachlässigte Teil des Naschmarkts" solle zugleich aber zu einem "belibten und lebendigen Treffpunkt" werden.

Erste Ergebnisse im Frühjahr

Anfang des Jahres soll ein EU-weiter Realisierungswettbewerb starten. Das Ergebnis wird im Frühjahr erwartet.

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