Einer der beiden Tigerpythons, die  im Gebüsch gefunden wurden.
 

© TierQuarTier Wien

Chronik Wien
09/07/2021

Tierschutzombudsstelle fordert einen Schlangen-Führerschein

Exoten: Binnen zwei Wochen wurden wieder sechs Schlangen in Wien gefunden.

von Nina Oezelt

Das Thema des Sommers war eindeutig: Schlangen.  Schuld daran war der Schlangenbiss auf einer Toilette Anfang Juli in Graz. Die Geschichte eines Mannes, der auf dem WC von einer ausgebüchsten Schlange des Nachbarn gebissen wurde, schaffte es in die internationalen Schlagzeilen. Der Nachbar durfte seine elf Schlangen zwar behalten, wurde aber wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt. 

 

Sachdienliche Hinweise über die Besitzer sind an das Fundservice für Haustiere unter 01/4000 80 60 erbeten. Das Aussetzen von Tieren ist verboten, es drohen Strafen bis zu 7.500 Euro.

Python in Floridsdorf

In Wien gehen die Geschichten rund um Schlangen  unentwegt  weiter. In den vergangenen zwei Wochen wurden sechs Exemplare gefunden: Mitte August war im 21. Bezirk ein fast vier Meter langer Tigerpython in einem Gebüsch entdeckt worden. An derselben Stelle wurde einige Tage später eine zweite Schlange dieser Art gefunden. Sie wurde von der  Feuerwehr geborgen und von der Tierrettung versorgt.

In Simmering wurden vergangene Woche auf offener Straße drei Königspythons in Transportboxen zurückgelassen. Besonders grausam: Eine lebende Kornnatter wurde in Hetzendorf im 12. Bezirk in den Müll geworfen. Für sie kam jede Hilfe zu spät: Sie verstarb  vor Ort, nachdem ein  Mitarbeiter der MA 48 die Tierrettung verständigt hatte. Das Tier hatte zuvor mehrere Brüche und einen Darmvorfall erlitten.

Nur Meldepflicht

Die Tierombudsstelle fordert als Konsequenz die Einführung einen Schlangen-Führerschein. „2019 wurde so ein Schein für Hundehalter eingeführt und das würde sich auch bei Reptilien eignen“, heißt es.  Bislang müssen Tierhalter von Reptilien, diese bei der MA 60 (Tierschutz) lediglich melden. Wer das binnen zwei Wochen bei der zuständigen Behörde nicht macht, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro.

Im ersten Quartal 2021 wurden in Wien 2.031 Wildtiere gemeldet, dazu zählen auch Reptilien. Man geht von einer sehr viel höheren Dunkelziffer aus.  
Viele würden die Erhaltung und die herausfordernde Haltung unterschätzen, heißt es. Die Anschaffung einer Tigerpython koste inklusive Terrarium 4.000 bis 6.000 Euro, die Schlange alleine nur 150 Euro.  

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