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Chronik Wien
11/11/2020

Terror in Wien: Journalist fand angeblich Patronenhülse

Ein Reporter von Russia Today fand die Hülse am Tatort. Dass dieses Indiz übersehen wurde, ist aber äußerst unwahrscheinlich.

von Birgit Seiser, Philipp Wilhelmer

Vorwürfe, dass der Terroranschlag in der Wiener Innenstadt zu verhindern gewesen wäre, müssen sich derzeit das Innenministerium und das BVT anhören. Nun stellte ein russischer News-Sender auch die Tatortarbeit in Frage. 

Am Dienstag postete ein Reporter des Senders Russia Today (RT) ein Video auf Instagram. Darauf ist zu sehen, wie der Journalist eine Patronenhülse am Tatort findet. Konkret lag das vermeintliche Indiz an jenem Ort, an dem der Attentäter Kujtim F. erschossen wurde, bei der Ruprechtskirche.

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Der Reporter meldete seinen Fund bei Polizeibeamten, die gerade in der Innenstadt auf Streife waren. Sie bestätigen in dem Video, dass die Hülse von einer Langwaffe stammt. Natürlich stellt sich die Frage, ob die Tatortgruppe, die für die Sicherung von Spuren verantwortlich ist, dieses Beweismittel übersehen haben könnte. 

Auf KURIER-Anfrage kommentierte die Wiener Polizei den Fund wie folgt: Die Tatortgruppe hat sich ausreichend Zeit für die Spurensicherung vor Ort genommen. Ob diese Hülse tatsächlich mit der Tat in Zusammenhang steht, wird erhoben.

Suche mit Metalldetektoren

"Ausrechend Zeit" bedeutet in diesem Fall, dass die Tatortgruppe 24 Stunden vor Ort war und hunderte Beweise sicherstellte. Auch Metalldetektoren waren im Einsatz, um jedes kleinste Beweismittel zu finden. Wie konnte diese Patronenhülse also übersehen werden? Dass sie während der Tatortarbeit schon da gelegen hat, ist nicht gesichert. Vor allem dort, wo der Attentäter ausgeschaltet wurde, suchte man akribisch nach allen Beweismitteln. 

Hinzu kommt, dass RT ein umstrittener Sender ist und auch immer wieder als Propagandamedium des russischen Präsidenten Vladimir Putin in Verruf geraten ist. RT ist vom russischen Staat gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die "russische" Sicht auf das Weltgeschehen zu bringen. Kritiker werfen dem Sender vor, einseitig zu berichten und Propaganda zu betreiben. Auch werden immer wieder politisch extreme Positionen von rechts bevorzugt behandelt, etwa von Proponenten der AfD.

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