Kohl (re,) will Heinz-Christian Strache bei der Wien-Wahl unterstĂŒtzen.

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Chronik Wien

Team-HC will Entlassung von Kandidatin anfechten, zweiter Neo-Kandidat zurĂŒckgetreten

Weil Aussagen von Christina Kohl als antisemitisch gewertet wurden, verlor die junge Flugbegleiterin ihren Job bei der AUA.

von Bernhard Ichner

08/14/2020, 12:24 PM

"Unhaltbare ZustĂ€nde" und "einen demokratiepolitischen Skandal" ortet "Team-HC"-GeneralsekretĂ€r Christian Höbart, nachdem Christina Kohl, die 17. auf Straches Kandidatenliste fĂŒr die Gemeinderatswahl, ihren Job bei der AUA verlor. Die 24-jĂ€hrige Flugbegleiterin hatte im Rahmen einer Demonstration „ Soros muss weg“, „Antifa muss weg“, „Rothschild muss weg“, „Rockefeller muss weg“ und „Illuminati mĂŒssen weg“ gerufen. Was auf einem Video festgehalten und von ihrem Arbeitgeber nicht goutiert wurde.

„Eine Mitarbeiterin von Austrian Airlines hat im Rahmen ihres politischen Engagements öffentlich antisemitische Äußerungen getĂ€tigt", hieß es seitens der Fluglinie. "Unsere ganz klare Aussage dazu lautet wie folgt: Wir sind ein international tĂ€tiges Unternehmen, das im Rahmen seines GeschĂ€ftszweckes Grenzen ĂŒberwindet. Hier mĂŒssen wir jedoch eine ganz klare Grenze ziehen.“ So ein Verhalten sei "unentschuldbar", Aussagen dieser Art seien mit den Firmenwerten der AUA in keinster Weise zu  vereinbaren. Daher habe man "entsprechende Maßnahmen gesetzt, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder vorkommt.“

"Ich wurde fristlos gefeuert", fasste es Kohl bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag zusammen.

"Gesinnungsterror"

Dabei mĂŒsse "Kritik an Bundeskanzler Sebastian Kurz, der Antifa, an Soros, Rothschild und den ĂŒberzogenen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung" möglich sein. Sie deshalb als Antisemitin oder Corona-Leugnerin hinzustellen, wĂ€re "diffamierend und reinster Gesinnungsterror", meint die 24-JĂ€hrige. Das Verhalten der Austrian Airlines belege, wie es um die Meinungsfreiheit in Österreich stehe - und bestĂ€rke sie in ihrer politischen Überzeugung.

Die Entlassung werde man mit Hilfe einer Arbeitsrechtlerin anfechten, kĂŒndigt Höbart an.

Bei der AUA betont man, dass die dienstrechtlichen Maßnahmen in keinem Zusammenhang mit Kohls Kandidatur fĂŒr das „Team HC Strache“ stĂŒnden.

Knezevic tritt freiwillig zurĂŒck

Unterdessen hat der zweite kritisierte Neo-Politiker des Team HC Strache, Petar Knezevic, seine Kandidatur zurĂŒckgezogen. Wie HC-GeneralsekretĂ€r Christian Höbart in einer Aussendung mitteilte, gab "Petar Knezevic bekannt, dass er auf Grund der andauernden Hexenjagd gegen seine Person nicht als Bezirksvertretungskandidat fĂŒr das 'Team HC Strache' zu VerfĂŒgung steht". 

Knezevic hatte zuvor durch ein ĂŒber Social Media bekannt gewordenes Privatvideo fĂŒr Aufregung gesorgt, in dem er Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen Ă€ußerst deftig beschimpft hatte.

Auf seiner privaten Facebook-Seite postete er im Mai zudem eine Bilderreihe, in der er Angela Merkel und den serbischen PrÀsidenten, Aleksandar Vucic, mit Adolf Hitler verglich.

Laut Höbart habe sich Knezevic fĂŒr seine verbale Entgleisung öffentlich entschuldigt. Das Hitler-Posting stamme aus der Vorzeit des Wahlkampfs und sei Knesevics Privatangelegenheit.

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