Die neue Tauchschule in Liesing: Andreas Brustmann, Manuela Oberwinkler, Bianca Brustmann.

© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Wien
03/05/2021

Tauchschule in Liesing: Ein neuer Ort zum Untertauchen

Im April eröffnet ein ehemaliger Bauunternehmer eine 2.000 Quadratmeter große Tauchschule. Mehr als hundert Anfragen für Kurse sind bereits eingetroffen, die Urlaubsvorfreude scheint groß.

von Nina Oezelt

Mehr als hundert Anmeldungen für Tauchkurse in seiner neuen Schule gibt es bereits. Abgehalten werden sie aber erst ab April (sofern es die Corona-Maßnahmen zulassen). Der angeschlossene Tauchshop öffnet nächsten Mittwoch.

455.000 Liter Wasser

Herzstück der Tauchschule ist das Becken: 15 Meter lang, sieben Meter breit,  fünf Meter tief – und mit 455.000 Litern Wasser gefüllt. Brustmann hat früher auf der ganzen Welt große Bauprojekte geleitet.  Bei seiner Tauchschule hat er nun die andere Seite eines solchen Unterfangens kennengelernt – und andere machen lassen:  "Beim  Beckenbau wurden Spundwände  aufgestellt. Wir sind fast bis zum Grundwasser vorgedrungen, es gab nur noch eine Lehmschicht", sagt er. Einfach war der Bau nicht: "Man muss die gesamten Auflagen des Bäderhygienegesetzes beachten."

In der Tauchschule ist es warm, die Luft fühlt sich fast wie in den Tropen an. Bald schon werden in dem Becken im Erdgeschoß Tauchschüler praktischen Übungen durchführen. "Dazu zählt auch, die Taucherbrille unter Wasser abzunehmen", sagt Brustmann.

Theorie und Praxis

Zuvor nehmen die Kursteilnehmer in den Seminarräumen in der oberen Etage Theoriestunden. Auf das Training im Becken folgt das Freiwassertraining: "Das findet in einem österreichischen See, aber gerne auch auf den Malediven, auf Malta oder in Kroatien statt".

Stingray Divers: 19., Cobenzlgasse 13/1

Tauchzentrum Wien: Tauchausbildungen, Tauchshop, Verleih, Service: 21., Wolsteingasse 36

Seastar Tauchsport GmbH: 22., Rudolf-Hausner-Gasse 13

Die Tauchschule: 23., Jochen-Rindt-Straße 21

Special DiveLeopoldsdorf bei Wien (Grenze zu Favoriten)

Andere Anlaufstellen für Tauchkurse:

Anbieten wird Brustmann Kurse für diverse Tauchscheine: vom Open Water Diver (der Taucher lernt, mit der Ausrüstung zurechtzukommen, und darf bis zu 18 Meter tief tauchen) bis zum Divemasters (der Tauchschüler lernt, eine Gruppe zu führen). 400 bis 1.800 Euro kosten die Kurse. Einen Anfängerkurs kann man an zwei Wochenenden erledigen.  

Bei Brustmann kann man verschiedene Arten von Tauchscheinen absolvieren – er bietet jene von PADI (Professional Association of Diving Instructors), aber auch andere Varianten an (etwa BSAC – British Sub-Aqua Club und IANTD – International Association of Nitrox and Technical Divers).

Das Glück der Welt

Auch Brustmanns Frau Bianca ist Tauchfan. Das Ehepaar führt die Tauchschule gemeinsam: "Walhaie oder Schildkröten unter Wasser zu erleben, ist das Glück der Welt", sagt Bianca Brustmann. Nichts sei vergleichbar mit der wunderschönen Unterwasserwelt und dem Beobachten der Fische. Tauchen hat Bianca Brustmann von ihrem Mann gelernt – im Erlaufsee, auf den Malediven und auf den Seychellen.

Das Becken

Es ist 15 Meter lang, 7 Meter breit und 5 Meter tief und mit 455.000 Liter Wasser gefüllt. 

Zwei Stockwerke

Im oberen Bereich gibt es zwei Seminarräume. 

Seminarräume

Die Namen der Seminarräume „Neutral Buoyancy“ und „Zero Gravity“ wurden von den Tauchbooten des Eigentümer inspiriert. 

Fertigstellung

Die Räumlichkeiten stehen kurz vor Fertigstellung. 

Andreas Brustmann

Der ehemalige Geschäftsführer der Baufirma Swietelsky Andreas Brustmann hat sich seinen Traum erfüllt und die Tauchschule eröffnet.

Sandfiltergehäuse

Im hinteren Raum befindet sich die Technik, die den Pool betreibt.

Der Rochen

Der schwebende Zitterrochen ist das Zeichen der Tauchschule.

Andreas Brustmann ist hingegen  Fan des Höhlentauchens:  Mehr als 4.000 Tauchgänge hat er absolviert, eine "unglaubliche  Erfahrung" war für ihn das Tauch-Eldorado Yucatan in  Mexiko: "Man taucht durch Höhlen in eine neue Welt", sagt er  über das Höhlensystem der Cenoten. 

Bis zu 138 Meter tief tauchte Brustmann auf Malta hinunter – zu einem Schiffswrack.  Den Tipp gab ihm ein Fischer. "So tief darf man aber nur mit einem bestandenen Advanced-Mixed-Gas-Kurs tauchen", betont er.

Tauchanzug-Waschmittel

Im Tauchshop im Gebäude arbeitet  Manuela Oberwinkler. Auch sie ist Taucherin: "Bei uns schlagen die Taucherherzen höher", sagt sie. Als Taucher braucht man nämlich so einiges: Flossen, Taucherbrille, Bleigurte, Jacken mit Tiefenmesser, Tauchuhren, Tauchcomputer, Tauchlampen, Tauchtaschen, Tauchschuhe, Neoprenanzüge oder Unterwasserkameras. Für die Neoprenanzüge gibt es sogar ein eigenes Waschmittel – und eigene Bügel. 

In Österreich gibt es laut Wirtschaftskammer 140 Tauchunternehmer, 21 davon befinden sich in Wien.

Tauchunternehmer sind Berufstaucher - oft sind diese auch Tauchlehrer.

Berufstaucher sind hochspezialisierte Unterwasser-Bauhandwerksleute, die beim Bau und der Instandhaltung von industriellen Anlagen, Wasserkraftwerken, Staumauern, Schleusen, Kläranlagen, Schiffen, Docks, Stegen, Werft- und Hafenanlagen, Brücken und Schwimmbädern benötigt werden.

Unter Wasser werden Montage-, Reparatur-, Sanierungs-, Reinigungs-, Betonier-, Bau-, Abbruchs-, Anstrichs-, Abdichtungs-, Beschichtungs-, Schweiß- und Trennarbeiten sowie Kernbohrungen, Sprengungen, Kontrollen, Vermessungen, Begutachtungen und Filmaufnahmen durchgeführt. Das Verlegen von Rohren, Leitungen und Datenkabel sowie Such-, Räumungs- und Bergungsarbeiten von Altlasten gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Ein billiges Hobby ist das Tauchen nicht, aber die Nachfrage steigt. Darauf spekuliert auch  Brustmann: "Keine andere Tauchschule in Wien hat eine Außenfüllstelle für Tauchflaschen." Im Internet wird  zu sehen sein, wie viel "getrocknete und gefilterte Umgebungsluft"  (damit werden die Flaschen gefüllt) an der Station noch verfügbar ist.
Befüllt werden die Flaschen  mittels QR-Code – damit man dann wieder genug Luft hat, um abzutauchen.

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