Zum siebenten Mal macht das Festival die Stadt bunter

© Jolly Schwarz

Chronik Wien
07/31/2020

Steet-Art-Festival-Calle Libre: Zukunftsbilder und einstürzende Altbauten

Die Veranstaltung zeichnet eine Woche lang in Wien Zukunftsbilder und erweckt Wandgemälde zum Leben.

von Daniel Voglhuber

Mexiko. Wäre alles nach Plan gegangen, wäre das Land Thema des heute, Samstag, startenden Street-Art-Festivals in Wien gewesen. Die Macher hätten mit dem Weltmuseum kooperiert, das nun im Oktober mit einer Azteken-Schau aufwartet. Mexikanische Künstler wären eingeflogen worden und hätten Wiener Wände mit knalligen Farben bemalt. Doch dann kam Corona und malte einen fetten Strich durch die Rechnung.

„Wir haben im März alles über den Haufen geworfen und das Programm neu aufgesetzt“, sagt Organisator Jakob Kattner. Lokale Künstler sollten verstärkt in den Vordergrund treten. Als neues Thema wurde „Future Perfect“ ausgegeben. Inspiration kam von der im Deutschen als Futur II bezeichneten grammatikalischen Zeitform. „Die beschreibt ein abgeschlossenes Handeln in der Zukunft.“

Perfekte Zukunft

Und weil sich die Welt, wie wir sie gekannt haben, so schnell verändert hat, gab es für das Festival nur eine Lösung: Die Künstler sollen zeigen, wie ihre perfekte Zukunft aussieht. Und bei der Entstehung ihrer Visionen kann man ihnen auch auf die Finger schauen.
 

Der Italiener Fabio Petani etwa bringt Öko-Flair auf die Garage der Wiener Linien in der Paltaufgasse 2 in Ottakring. „Er malt einen Wald auf die Garage. Das ist ein Symbol dafür, dass die Verkehrsbetriebe auf erneuerbare Energie setzen wollen.“

Oder die Feuerwand in der Burggasse 84 wird zu einem – etwas verrückten – Vogel-Hotel umgebaut. Crazy Mister Sktech sprüht drei Mauersegler auf die Wand. In das Bild kommen dann Nistkästen für die selten gewordenen Tiere, denen zunehmend die Brutplätze abhandenkommen.

Ein lebendes Bild, quasi. Nicht das Einzige. Diese Jahr werden einige Werke zum Leben erweckt. Besonders groß auf der Fassade des Weltmuseums. „Das wird ganz arg“, verspricht Kattner. Überdimensionale 3D-Projektionen sollen am 8. August für große Augen sorgen. Da wird eine große Pflanze aus der Wand wachsen. Flammen werden emporlodern – oder das Weltmuseum gar einstürzen. Allerdings soll es sich dann wieder wie von selbst aufbauen. Perfekte Zukunft, halt.

Start: Das Festival für Kunst im öffentlichen Raum geht in Wien zum 7. Mal über die Bühne. Der Startschuss ist  am 1. August um 18 Uhr in der Kunstgalerie Die Schöne/Kunst ab Hinterhof in der Kuffnergasse 7 (1160 Wien). Es dauert bis zum  Samstag,  8. August. 

Führungen und Besuche: Für Workshops und Führungen muss man sich per eMail registrieren. Die Kontaktadressen stehen auf der Festivalhomepage (callelibre.at). Ebenso wie die Orte, an denen Künstler malen und sprayen.

Und dann gibt es für das Festival für Kunst im öffentlichen Raum auch noch eigene App, die Bilder in Bewegung versetzen kann.

Wer sich selbst in Bewegung setzen will: Es gibt an den verschiedensten Plätzen der Stadt auch noch Podiumsdiskussionen, Workshops, Filmvorführungen.

Info: callelibre.at

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