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Chronik Wien
10/13/2021

Start einer wundersamen Wandlung: Der Umbau des Pratersterns beginnt

Der Verkehrsknotenpunkt soll vom Schandfleck zum attraktiven Tor zur Stadt werden – diese Woche beginnen die Arbeiten. Unterdessen verzögert sich das Restaurant in der früheren Polizeistation.

von Stefanie Rachbauer

Ein erster Eindruck davon, wohin die Reise am Praterstern gehen soll, der war eigentlich für diesen Herbst versprochen. Da sollte in der früheren Polizeistation auf dem Verkehrsknotenpunkt mit zweifelhaftem Ruf das Lokal „Habs gut“ eröffnen.

Doch statt der Mischung aus Restaurant, Greißlerei, Bäckerei und Take-away-Lokal (auf Neudeutsch: „Urban Deli“) samt begrüntem Gastgarten und Spielplatz erblickt man derzeit nur einen leeren Neubau, viele Bauarbeiter, Paletten und Leitern.

Davon werden in den nächsten Tagen noch mehr zu sehen sein: Denn diese Woche beginnt der lang angekündigte Umbau des Pratersterns.

Die ersten Pläne dafür stammen aus dem Jahr 2019 – und noch von den Grünen. Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) ließ diese nach der Übernahme des Planungsressorts überarbeiten – und stellte im Februar ihr eigenes Konzept vor.

Das erklärte Ziel davon ist, aus dem unattraktiven Schandfleck etwas zu machen, das man sich heute kaum vorstellen kann: eine „Wohlfühlanlage“ oder gar eine „gekühlte Aufenthaltsoase“ bzw. „Visitenkarte für Wien“, wie Sima und ihr Parteikollege, Bezirkschef Alexander Nikolai, beim Spatenstich am Mittwoch sagten.

Hübschere Unterführung

Gelingen soll diese wundersame Wandlung mit einen Ring aus 2,5 Meter breiten Beeten um den gesamten Praterstern, einem großen Wasserspiel neben dem Tegetthoff-Denkmal, 190 neuen Sitzgelegenheiten und – worauf man besonders stolz ist – einer Verdopplung der Grünflächen auf 8.000 Quadratmeter und der Zahl der Bäume auf 101 Stück.

Kosten wird all das rund sieben Millionen Euro – 2,5 bis drei Millionen wird die EU beisteuern.

Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) verwies beim Spatenstich auf eine weitere Funktion des Pratersterns: Er sei das Tor zum Grünen Prater.

Eine wichtige Verbindung dahin, die Unterführung auf der Ostseite des Bahnhofs, wird ebenfalls aufgehübscht: Fix ist eine neue Beleuchtung, angedacht eine künstlerische Gestaltung.

Eine Spur gesperrt

Grobe Einschränkungen für den Auto- oder den Öffi-Verkehr wird der Umbau laut Stadt übrigens nicht mit sich bringen. Damit Baufahrzeuge zufahren können, ist seit Dienstag aber zwischen Hauptallee und Ausstellungsstraße eine Spur gesperrt. Das wird bis April so bleiben.

Als erster Schritt werden nun die sogenannten Pflanzenkäfige beim Tegetthoff-Denkmal abgerissen. Dann wird das Pflaster aufgegraben, um Leitungen zu verlegen und bis Jahresende den Untergrund vorzubereiten.

Im Frühling werden Sträucher, Ziergräser und Bäume eingesetzt. Eröffnet werden soll der neue Praterstern im Sommer.

Gebäude im Jänner fertig

Spätestens dann sollen bei „Habs gut“ Gäste bewirtet werden. Das Lokal-Gebäude selbst werde voraussichtlich im Jänner fertig sein, sagt Martin Rohrbach, verantwortlich für Marken- und Konzeptentwicklung, im Gespräch mit dem KURIER.

Bis April sollen – abhängig vom Baufortschritt, den die Pandemie erlaubt – der Schanigarten mit sechs Bäumen und der angeschlossene Kinderspielplatz finalisiert werden.

Eventuell werde der Innenbereich bereits im Winter eröffnet, so Rohrbach. Aber: Da sowohl das Lokalkonzept als auch die neue Gestaltung der Umgebung der Nachhaltigkeit verschrieben seien, werde man wohl auf eine „Synergie mit der Stadt“ setzen.

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