Peter Seisenbacher

© APA/HELMUT FOHRINGER

Prozess
01/02/2017

Seisenbacher weiterhin wie vom Erdboden verschluckt

Der Olympiasieger im Judo hätte sich vor zwei Wochen vor Gericht verantworten sollen, dem Termin blieb er fern und ist seither nicht mehr aufgetaucht.

Vor zwei Wochen hat Judo-Doppelolympiasieger Peter Seisenbacher seinen Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen platzen lassen, indem er unentschuldigt seiner Verhandlung im Wiener Landesgericht für Strafsachen fernblieb. Seither fehlt von ihm jede Spur. "Wir haben von ihm und seinem Verteidiger nichts gehört", so Gerichtssprecherin Christina Salzborn am Montag auf APA-Anfrage.

Seisenbachers Rechtsbeistand Bernhard Lehofer hatte bis zuletzt versichert, er wäre vom Nichterscheinen des 56-Jährigen überrascht worden und sei davon ausgegangen, dass dieser zum Verhandlungstermin erscheinen und zu den gegen ihn gerichteten Vorwürfen Stellung beziehen wird. Lehofer war am Montag für die APA vorerst telefonisch nicht erreichbar.

Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses

Seisenbacher soll nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Trainer in seinem Wiener Judo-Verein zwei unmündige Mädchen missbraucht haben. Eine weitere Jugendliche wehrte ihn laut Anklage ab, als er zudringlich wurde - die Staatsanwaltschaft hat dieses Faktum als versuchten Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses angeklagt. Seisenbacher hat sich zu den Anschuldigungen bisher nicht öffentlich geäußert hat. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Hinter den Kulissen sind Ermittlungen zum aktuellen Aufenthaltsort des Olympiasiegers von 1984 und 1988 im Gange. Behördliche Bestätigung gibt es dafür keine. Wie das Sportportal Laola1.at unlängst berichtete, ist Seisenbacher - jedenfalls bis zu den Olympischen Sommerspielen in Rio Trainer der aserbaidschanischen Judo-Herren-Nationalmannschaft - möglicherweise gar nicht mehr als Betreuer in Vorderasien tätig.

Ob er sich in ein anderes Land abgesetzt hat - mit Aserbaidschan gibt es immerhin ein justizielles Auslieferungsabkommen -, wird derzeit geprüft. Zur Frage, mit welchen Mitteln die Suche nach dem Flüchtigen betrieben wird, hält sich die Justiz bedeckt.

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