© Antonio Šećerović

Chronik Wien
05/03/2022

Unfall mit Linienbus in Wien: Sieben Verletzte, 900 Haushalte ohne Strom

Zwei Businsassen wurden schwer verletzt. Nach ersten Analysen sei die Feststellbremse nicht angezogen gewesen. Der Fahrer befand sich außerhalb des Busses.

von Antonio Šećerović, Anna Perazzolo

Ein schwerer Verkehrsunfall mit einem Linienbus hat sich Dienstagfrüh im Bezirk Penzing ereignet. Nach Angaben der Wiener Linien handelte es sich um einen Bus der Linie 52B, der von der Firma Blaguss, einem Partner-Unternehmen, geführt wird.

Wie eine Sprecherin der Wiener Linien erklärte, habe der Buslenker in der Haltestelle Eisbeergasse eine defekte Tür im hinteren Bereich des Busses händisch überprüfen wollen. Ersten Analysen zufolge sei der Bus aufgrund der nicht angezogenen Feststellbremse ins Rollen gekommen.

Der Busfahrer habe sich während des Unfalls nicht im Bus befunden, bestätigt im KURIER-Gespräch Polizeisprecher Daniel Fürst die Angaben der Wiener Linien.

Nachdem der Buslenker die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte, rollte dieses laut Feuerwehrsprecher Feiler den Verlauf der abschüssigen Straße weiter abwärts und "fuhr bei einer starken Kurve geradeaus weiter".

Trafo-Häuschen stark beschädigt

Dabei sei das Fahrzeug zunächst gegen einen Baum und in weiterer Folge gegen eine Trafo-Station mit 10.000 Volt geprallt. Das Trafo-Häuschen sei stark beschädigt worden. Teile davon wurden gegen einen Lkw der MA 48 geschoben, der dort unterwegs war, berichtete Feiler.

Insgesamt sieben Menschen wurden verletzt. Bei den zwei Schwerverletzten handelt es sich um zwei Frauen. Bei einer etwa 45-Jährigen bestehe der Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen, heißt es vonseiten der Berufsrettung.

Eine 55-Jährige habe "multiple Verletzungen" erlitten und sei an Ort und Stelle notfallmedizinisch versorgt worden. Der Zustand der älteren Frau sei kritisch, sagte Rettungssprecher Andreas Huber dem KURIER. Die 55-Jährige wurde mit dem Wiener Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Die fünf Leichtverletzten wurden von den Johannitern versorgt. Es handelte sich dabei laut Berufsrettung um Kinder bzw. Teenager im Alter zwischen acht und 18 Jahren. Sie erlitten Prellungen, Abschürfungen und Rissquetschwunden. Bei den Verletzten soll es sich allesamt um Businsassen handeln.

Vonseiten der Wiener Linien heißt es, dass die Recherchen und technischen Auswertungen derzeit auf Hochtouren laufen, um den Unfallhergang zu rekonstruieren. "Wir werden gemeinsam mit der Firma Blaguss alles tun, damit ein solcher Vorfall nicht wieder passiert", hieß es in einer Aussendung. 

Die Einsatzkräfte mussten einigen Stunden lang auf die Bergung des Busses warten. Grund sei, dass der Bus derzeit noch an der Unfallstelle stand und man auf den Abschleppdienst gewartet hat. Gegen 16 Uhr gaben die Wiener Linien bekannt, dass die Buslinie 52B den Betrieb wieder aufgenommen hat.

Unfalllenker suspendiert

Das Unternehmen Blaguss konnte auf KURIER-Anfrage keine Details zum Unfall geben. "Unser gesamtes Team ist bestens ausgebildet und wird regelmäßig umfassend geschult. Der Unfalllenker ist fachlich ausgebildet, seit knapp einem Jahr in unserem Betrieb beschäftigt und hat Erfahrung im Linienverkehr", sagte Sprecherin Claudia Pich. Bis der Vorfall mit der Polizei aufgeklärt ist, "ist der Mitarbeiter vom Dienst suspendiert". 

Stromausfall wegen beschädigter Trafo-Station

Der Busunfall hatte in Penzing außerdem einen Stromausfall zur Folge. "Wenn eine Station beschädigt wird, dann wird sie aus Sicherheitsgründen sofort automatisch abgeschaltet", sagt eine Sprecherin der Wiener Netze. Die Versorgungsunterbrechung habe um 8.06 Uhr begonnen. Insgesamt 900 Haushalte im Bezirk waren davon betroffen.

Bereits nach einer Viertelstunde seien 12 von 19 Trafo-Stationen wieder mit Strom versorgt. Nach einer Stunde seien dann auch alle anderen Stationen wieder unter Spannung gestanden - die davon betroffenen 300 Haushalte waren ungefähr eine halbe Stunde ohne Strom. Nur in den Haushalten, die normalerweise vom kaputten Trafo-Häuschen versorgt werden, blieb es länger dunkel.

Zwei Stunden dauerte es, bis sie an eine andere Trafo-Station angeschlossen werden konnten. "Die Haushalte, die normalerweise von dieser Station versorgt werden, werden nun vorübergehend von einer anderen Station versorgt", sagt die Sprecherin. Mittlerweile gebe es also wieder in allen Haushalten Strom.

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