Bildungsforscher: Warum klare Regeln in der Schule so wichtig sind

Roland Bernhard
Roland Bernhard hat untersucht, was Schulen zu erfolgreichen Schulen macht. Ohne Regeln geht es nicht.

Wie sieht erfolgreicher Unterricht in einer Schule in einem sozialen Brennpunkt aus?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Roland Bernhard, der eigens dazu nach London übersiedelt ist, um sich dortige Bildungseinrichtungen anzuschauen. Im Interview berichtet er über seine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Mittlerweile unterrichtet er an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems.

KURIER: Wie wichtig sind klare Regeln für einen gelungenen Unterricht aus Sicht der Wissenschaft? 
Roland Bernhard: Kinder lernen nachweisbar dort am besten, wo Lehrkräfte es schaffen, eine geordnete, aber wertschätzende Unterrichtsatmosphäre herzustellen. Dies ist besonders wichtig für Kinder aus benachteiligten Elternhäusern, weil ihr Lernfortschritt noch stärker von der Schule abhängig ist. 

Das zeigte sich auch in London, wo ich hochgradig effektive Schulen in schwierigen Lagen erforscht habe, die eine Wende geschafft haben. Bei Schulen, in denen sich die Schülerleistungen ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau extrem verbessert haben, war am Beginn eines Verbesserungsprozesses die Einführung von Strukturen und Regeln ein wichtiges Erfolgskriterium.

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