© Kurier / David Niedermayer

Chronik Wien
10/18/2020

Keine Maske: Mann soll am Boden fixiert worden sein

Rassismus-Vorwurf gegen Mitarbeiter der Wiener Linien. Dort will man den Vorfall prüfen.

von Konstantin Auer

Der Vorfall soll sich am Samstag gegen 17.40 Uhr in der U-Bahn-Station Westbahnhof ereignet haben. Ein Mann soll in der U-Bahn keinen vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz getragen haben und dabei von mehreren Security-Mitarbeitern der Wiener Linien erwischt worden sein.

Was dann passierte, sorgt für Aufregung: Der Mann soll deshalb von den Mitarbeitern in der U-Bahn-Station mehrere Minuten lang auf den Boden gedrückt und an Hals sowie Genick gepackt worden sein. Mehrere Passanten wollten laut angeblicher Augenzeugenberichte einschreiten, seien aber weggeschickt worden. Zudem sollen die Securitys Passanten beim Filmen des Vorfalls gestört haben. Der Mann am Boden soll kaum noch Luft bekommen haben.

Rassismus-Vorwurf

Weil der Mann schwarz ist, fragten sich in den sozialen Medien viele User, ob das auch einem Weißen so passiert wäre und ob der Einsatz - nur wegen eines fehlenden Mund-Nasen-Schutzes - nicht überzogen gewesen wäre. "Gestern ereignete sich bei der U-Westbahnhof ein Vorfall, der mutmaßliche rassistische Gewalt von Wiener Linien Securities einem schwarzen Mann gegenüber zeigt", schreibt etwa Mireille Ngosso, SPÖ-Politikerin und Mitorganisatorin der Black Lives Matter Proteste in Wien auf Twitter

Die Wiener Linien teilen mit, dass sie den Vorfall intern prüfen werden. Die Wiener Linien würden aber "für Respekt, Toleranz und Vielfalt sowohl innerhalb des Unternehmens als auch unseren Fahrgästen gegenüber" stehen.

Zum Schutz  aller Fahrgäste verpflichtet

"Unser Sicherheitsdienst ist verpflichtet, alle Personen unterwegs zu schützen. Wenn jemand die Hausordnung – wie die Mund-Nasen-Schutz-Tragepflicht – nicht einhält, suchen unsere KollegInnen in erster Linie den Dialog. Weigert sich jemand einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, so wird er der Station verwiesen. Reagiert die Person aggressiv, so wird als letzte Stufe das Festhalten der Person bis zum Eintreffen der Polizei eingesetzt", heißt es in einer ersten Stellungnahme des Unternehmens. Laut angeblicher Augenzeugen sei der Mann aber nicht aggressiv gewesen.

Jedenfalls wurde zu einem späteren Zeitpunkt - auch bei diesem Vorfall - die Polizei hinzugeholt. Als die Beamten aber beim Ort des Geschehens eintrafen, war der Mann nicht mehr am Boden fixiert, teilt ein Polizeisprecher mit. Es habe gegenseitige Anzeigen wegen Körperverletzungen gegeben, weitere Maßnahmen seien von Seiten der Polizei nicht nötig gewesen. Auch die Rettung musste nicht geholt werden. 

Polizei wertet Videos aus

"Grund der Zwangsmittelanwendung soll gewesen sein, dass der Mann das Tragen des MNS verweigerte und auch die sohin ausgesprochene Wegweisung aus dem Stationsbereich missachtet habe", heißt es von der Polizei. Die Wiener Linien Mitarbeiter hätten den Vorfall mit ihren Body-Cams aufgezeichnet, die Aufnahmen werden nun auch an die Polizei zur Auswertung für einen möglichen Strafprozess übergeben.

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