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Chronik Wien
08/28/2021

Prozess: Austria-Fans ließen Puppe am Galgen baumeln

"Da ist eine Linie überschritten worden", sagt der ehemalige AG-Vorstand Markus Kraetschmer.

von Michaela Reibenwein

23 Jahre lang war Markus Kraetschmer beim Wiener Traditionsverein Austria. Der Abschied im vergangenen Juni war keiner im Guten. Schon im Vorfeld gab es heftige Proteste gegen den Vorstand. Am 27. April gipfelte das in einer geschmacklosen Aktion von „Fans“.

Sie ließen eine Puppe an der Lärmschutzwand der Südost-Tangente von einem Galgen baumeln – darauf das Gesicht von Markus Kraetschmer. Und daneben ein Transparent, auf dem sein Rücktritt gefordert wurde. Ein Vorfall, der nun in einem Gerichtsverfahren im Landesgericht für Strafsachen in Wien ein Nachspiel hatte.

Beruf: Sportlehrer?

Doch die Zeugenbefragung von Kraetschmer begann mit einem Missverständnis. „Sie sind von Beruf Sportlehrer?“, fragt die Richterin bei der Aufnahme der persönlichen Daten. Irritiertes Schweigen, ehe Kraetschmer antwortet: „Nein. Derzeit bin ich selbstständig.“

Die Puppe am Galgen habe ihm „keine Angst“ gemacht. „Aber da ist schon eine Linie überschritten worden. Wenn dich die Polizei fragt, wie lange du heute arbeitest und ob du Polizeischutz willst. Da denkt man an die Familie.“

Angeklagt wegen gefährlicher Drohung ist ein ehemaliger Austria-Ultra. „Ich bin glühender Austria-Fan. Und ich bin der Meinung, dass die finanzielle Lage des Vereins die Schuld von Kraetschmer war.“ Doch er bestreitet, die Puppe aufgehängt zu haben. „Ich habe zeitgleich ein Transparent an einem Baustellen-Zaun aufgehängt wo drauf stand: ,MK raus’.“

Der Beleg: Das war zufällig einem Passanten aufgefallen, der ein Foto von seinem Auto machte und es an den Stadionleiter weitergab.

Deshalb: Freispruch für den Angeklagten; nicht rechtskräftig.

 

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