Chronik | Wien
05.01.2018

Post: 400 Briefe falsch verschickt

„Menschliches Fehlverhalten“ soll an Panne mit 400 elektronischen Briefen schuld sein

Die Post bringt allen was. Auch Michael K. Erst bekam er in sein elektronisches Postfach einen Brief von der Tiroler Tageszeitung – deren Abonnent er nicht ist. Als er ihn öffnete, die nächste Überraschung: Darin befand sich die Vorschreibung für den Kirchenbeitrag von der Erzdiözese Wien. Allerdings nicht seine. Sondern die eines ihm völlig unbekannten Mannes. Samt Kontodaten und Adresse des Fremden sowie die Höhe des Vorjahres-Beitrags.

Herr K. ist damit nicht allein. Insgesamt 400 elektronische Briefe wurden am Donnerstag von der Post an die falschen Empfänger verschickt. Der Fehler passierte bei der Post. "Im Vorfeld werden die Daten maschinell aufbereitet. Die Dokumente wurden leider fehlerhaft zugeordnet. Zwar gibt es dann noch eine Kontrolle durch einen Mitarbeiter. Aber da gab es leider ein Fehlverhalten", erklärt Post-Sprecher David Weichselbaum.

Welches "Fehlverhalten" konkret zu der Panne geführt hat, wollte er nicht konkretisieren.

Kirchenbeitrag

Fest steht: Betroffen waren ausschließlich die Briefe der Erzdiözese Wien. "Der Fehler ist kurze Zeit später aufgefallen. Nach ein paar Stunden waren die falsch verschickten Briefe schon gelöscht", sagt Michael Prüller, Sprecher der Erzdiözese. "Aus Datenschutz-Gründen", wie Weichselbaum sagt. Dennoch hätte es bei der Diözese ein paar Rückmeldungen von erstaunten Empfängern gegeben. "Speziell, dass die Kirchenbeitrags-Vorschreibung von der Tiroler Tageszeitung kommt, hat einige verwundert", sagt er. Die Vorschreibungen werden nun neu ausgeschickt. "Für uns bedeutet das keinen Mehraufwand, das passiert durch die Post."

Weitere Kontrollen

Es habe sich um die erste und hoffentlich einzige derartige Panne gehandelt, sagt Weichselbaum. "Wir haben sofort neue Sicherheitsmaßnahmen gesetzt, damit das nicht mehr passieren kann. Es werden künftig weitere Kontrollsysteme drüberlaufen." Anscheinend war die Empfänger-Liste um eine Zeile verrutscht. "Jeder hat den Brief vom nächsten in der Liste bekommen", sagt Prüller.

Für Michael K. ist das ein schwacher Trost. "Meinen Brief hat dann ja wahrscheinlich auch ein Fremder bekommen. Durch die Höhe der Vorschreibung kann man auch auf das Einkommen Rückschlüsse ziehen." Dieser Gedanke bereitet ihm Unbehagen.

Bisher habe er den E-Brief für eine gute Sache gehalten, sagt er. "Aber das hat mein Vertrauen erschüttert. Wenn jemand meine Bankdaten und meine Adresse hat, finde ich das nicht lustig."