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Chronik Wien
05/08/2020

Peter Hacker fürchtet "grauslichen" Corona-Wahlkampf der ÖVP

Vorgeschmack seien Gerüchte rund im die im Covid-Betreuungszentrum untergebrachten Flüchtlinge im Messezentrum.

Es gibt Vorwürfe, dass bei der Betreuung von in der Messe Wien untergebrachten Bewohnern eines evakuierten Flüchtlingsheims, Chaos herrsche und es Fluchtversuche gegeben habe. Die Anschuldigungen sorgten am Freitag für Ärger bei Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Das gehöre wohl zu den „Merkwürdigkeiten dieses offensichtlich sehr dreckig geplanten Vorwahlkampfes“.

Wie berichtet, hatten zuletzt Ärzte und Mitarbeiter vor Ort sowie Flüchtlingshelfer Kritik an den chaotischen Zuständen und an der Verpflegung in dem Betreuungszentrum gegeben. Dorthin waren rund 300 Asylwerber gebracht worden, nachdem in ihrem Quartier in Erdberg 26 Infektionsfälle entdeckt worden waren.

Seinen Unmut adressierte der Ressortchef nicht zuletzt in Richtung Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Es sei „unerträglich, was da im Augenblick auch vom Innenminister an Gerüchten in die Welt gesetzt wird, nur damit er da schon Vorwahlkampf in Wien machen kann“, nahm Hacker Bezug auf eine kürzliche Falschmeldung, wonach einige untergebrachte Flüchtlinge abgängig gewesen sein sollen. Man habe in den vergangenen Tagen einen Vorgeschmack darauf bekommen, welch ein „grauslicher Wahlkampf“ bevorstehe.

"Nicht nur brave Schulbuben"

Zuletzt hatte es Meldungen gegeben, wonach es unter den knapp 300 isolierten Personen zu aggressiven Handlungen gegen das Messe-Personal gekommen sei. Hacker dazu: „Bei 300 Männern im Alter von 20 bis 30 - völlig wurscht, wo die 300 Männer herkommen - finden Sie nicht nur brave Schulbuben, sondern da finden Sie ein schönes buntes Durcheinander der Lebensrealität junger Männer. Darunter gibt es ganz viele, die ein ganz normales Leben führen, und da gibt's immer auch ein paar Verrückte darunter. Das ist weder neu noch überraschend.“

Es sei klar, dass es zu Überreaktionen komme, wenn man diese Anzahl an Menschen plötzlich für 14 Tage in Quarantäne stecken, also de facto einsperren müsse: „Ich finde es überraschend, dass alle überrascht sind, dass das nicht alle super finden, sich entspannt ins Bett legen und Mickey Mouse lesen.“ Hacker wies auch darauf hin, dass es auch im Flüchtlingslager Traiskirchen zu Polizeieinsätzen gekommen sei, nachdem dieses für Wochen unter Quarantäne gestellt worden war: „Das ist nicht angenehm, aber es überrascht mich nicht.“

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