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Chronik Wien
09/16/2020

Pannen bei Corona-Tests: Wien stockt Personal deutlich auf

500 Personen werden neu eingestellt. Auch Gesundheitsbehörde und Rettung bekommen mehr Mitarbeiter.

Sehr lange Wartezeiten bei der Hotline 1450 sowie bei den Testabnahmen, um Tage verspätete Testergebnisse oder Quarantäne-Bescheide: Es mehren sich die Beschwerden rund um das Management der Wiener Behörden. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gab nun bekannt, dass vor allem im Bereich des Contact-Tracings wie auch bei der Gesundheitsbehörde das Personal massiv aufgestockt wird.

"Wenn man alles zusammen rechnet, sind das mehr als 1.000 Personen, die wir zusätzlich während der Coronazeit einstellen wollen, um die Herausforderungen zu bewältigen", sagt er. Ein großer Teil, nämlich 500 Mitarbeiter, werden im Bereich des Contact-Tracings neu engagiert. Beim Contact-Tracing geht es um das Aufspüren von Kontaktpersonen bei Covid-19-Fällen. Insgesamt werden in diesem Bereich dann 600 Personen im Einsatz sein. Diese sollen dann auch bei der Hotline 1450 mitarbeiten, wie Ludwig ankündigte.

Enormer Anstieg bei Anrufen

Bei der Hotline 1450 melden sich jene Menschen, die vermuten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. In den vergangenen Tagen und Wochen ist die Zahl der Anrufe massiv in die Höhe gegangen. Wurden beispielsweise laut dem medizinischen Krisenstab der Stadt am 8. August noch 1.222 Anrufe verzeichnet, waren es am Dienstag 17.978 Anrufe.

Bei der Gesundheitsbehörde werden 150 zusätzliche Mitarbeiter aufgenommen. Deren vorrangige Aufgaben werden das Erstellen von Bescheiden und das Beantworten von Anfragen von Einrichtungen, Organisationen oder Vereinen sein. Auch bei der Wiener Rettung wird aufgestockt, nämlich um 75 Personen.

Zusätzlich werden die bis Jahresende befristeten Verträge jener 380 Mitarbeiter, die diesen Sommer eingestellt worden waren, bereits jetzt bis in das nächste Jahr hinein verlängert. Diese sind vor allem im medizinischen und pflegerischen Bereich tätig.

Zur Kritik, die Stadt hätte schon früher handeln müssen, sagt  Ludwig: "Man kann immer alles mehr, schneller, früher machen, das ist überhaupt keine Frage. Wir haben schrittweise der Entwicklung Rechnung getragen."

Gurgeltest

Überdies kündigte der Bürgermeister an, dass der Gurgeltest künftig vermehr zum Einsatz kommen wird und "traditionelle Testformate" ablösen soll. "Ich gehe davon aus, dass das gemeinsam mit der Personalaufstockung dazu führen wird, dass wir noch schneller die Testergebnisse darstellen können."

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeigt sich mit den Maßnahmen, die die Stadt nun setzt, zufrieden: "Das Problembewusstsein ist da. Wien will Personal aufstocken. Damit bin ich zufrieden." Die Stadt stünde vor völlig anderen Herausforderungen als ländliche Regionen, verteidigt er Wien gegen die immer lauter werdene Kritik an den Problemen bei den Tests.

Hotline überlastet?

Zuletzt  häuften sich Beschwerden über die Überlastung der Gesundheitshotline 1450. Anrufe würden gar nicht oder erst nach langer Wartezeit beantwortet. Ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat in diesem Zusammenhang am Mittwoch Behauptungen der ÖVP zurückgewiesen, die Leitungen würden von Personen blockiert, die sich für die Grippe-Impfaktion der Stadt Wien anmelden wollen.

„Die Leitungen sind auf keinen Fall zusammengebrochen“, hieß es dazu aus dem Büro des Gesundheitsstadtrats. Es habe zuletzt zwar täglich bis zu 18.000 Anrufe bei 1450 gegeben, aber 90 Prozent aller Interessenten an der Impf-Aktion würden gar nicht zum Telefon greifen, sondern sich online anmelden.

Darüber hinaus kämen sich Corona und Impfen unter 1450 nicht in die Quere, wurde der APA versichert. Wer nämlich gleich zu erkennen gibt, dass es ihm um das Coronavirus oder Covid-19 geht, werde „durchgeroutet“.

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