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Verbindungsbahn: ÖBB zahlen Prämie für Bäume in Privatgärten

Für das ÖBB-Großprojekt müssen rund 1.000 Bäume gefällt werden. Zur Kompensation soll es Neupflanzungen in Privatgärten geben. Wie hoch die Förderung ist und welche Bäume in Frage kommen.
Ein Zug fährt auf der Verbindungsbahn.

Über diese rund 1.000 Bäume ist viel diskutiert worden. Im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung, bei den Bürgerinitiativen und schlussendlich auch jahrelang vor dem Bundesverwaltungsgericht. Jetzt aber ist das Schicksal jener Bäume, die dem Ausbau der Verbindungsbahn im Westen Wiens im Weg stehen, besiegelt – sie müssen gefällt werden. An ihrer Stelle sollen möglichst in der Nähe aber neue gepflanzt werden – daher suchen die ÖBB nun Eigentümer von Privatgärten: Für die künftigen Baumbesitzer gibt es auch Geld von der Bahn – nämlich bis zu 1.500 Euro pro Exemplar.

Bäume an einer Straße sind mit roten Bändern markiert, im Hintergrund stehen Autos und Wohnhäuser.

Auch großes Exemplare werden für den Bahn-Ausbau gefällt - sehr zum Ärger der Anrainer.

Diese ungewöhnliche und erstmalige „Baum-Prämien-Aktion“ wurde vor Kurzem via „Amtlicher Mitteilung“ der ÖBB kommuniziert. Demnach werden im Programm „Klimabäume für den Bezirk“ bis zu 420 Pflanzungen finanziert, so sie innerhalb von 1.000 Metern Abstand zur Verbindungsbahn in 12., 13. oder 14. Bezirk passieren.

Nur bestimmte Bäume werden gefördert

Doch das Geld wächst – im doppelten Wortsinn gemeint – nicht einfach so auf den Bäumen. Denn es gibt etliche Bedingungen, die an die 1.500 Euro geknüpft sind: So müssen die Baumpflanzungen von einer von den ÖBB zugeteilten Landschaftsgärtnerei durchgeführt werden, wo dann nur die tatsächlich anfallenden Kosten übernommen werden. Danach muss „jeder gepflanzte Baum über seine gesamte Lebensdauer“ am vereinbarten Standort verbleiben – andernfalls ist die Förderung an die ÖBB zurückzuzahlen. 

Zusätzlich werden nur bestimmte „Klimabäume“ gefördert – also Sorten, die künftig im urbanen Hitzeklima bestehen können. Auf der ÖBB-Liste finden sich aber nicht nur „Exoten“ wie Zürgelbaum, Säulenulme und Gleditschie, sondern auch alle gängigen Obstbäume wie Birne, Apfel, Pfirsich, Zwetschke, Kirsche und Marille. Gartenbesitzer rund um die Verbindungsbahn können also sozusagen (sofern sie die Voraussetzungen erfüllen) den eigenen Naschbaum-Bestand mit staatlichen Mitteln aufforsten. Denn grundsätzlich sind auch mehrere geförderte Bäume möglich.

Obstbäume haben auch den Vorteil, dass sie nicht unter das strenge Wiener Baumschutzgesetz fallen: Denn sollte man in 20 Jahren mit dem Schatten der mächtigen Japanischen Zelkove Probleme haben, wird man diese rechtlich nur schwer wieder loswerden können.

Wie viele Anträge bei den ÖBB bereits eingegangen sind, ist nicht bekannt, da die Aktion erst angelaufen sei. „Es zahlt sich jedenfalls noch aus, einen Antrag zu stellen“, rät ein ÖBB-Sprecher.

Kagran und Breitenlee

Die für Privatgärten angebotenen 420 Klimabäume seien aber nur ein Teil der Kompensationsmaßnahmen im Zuge des Verbindungsbahn-Ausbaus. Insgesamt sollen es quer übers Wiener Stadtgebiet 1.297 neue Bäume sein: Außer den genanten 420 in Privatgärten sollen 572 Bäume entlang der neuen Trasse – die meisten davon in Hietzing, manche aber auch in Meidling und Penzing – gesetzt werden. Zudem werden 305 Bäume auf Ausgleichsflächen in Breitenlee und Kagran gepflanzt.

Dass nun erstmals Bäume in Privatgärten gesetzt werden, hänge damit zusammen, dass der Bezirk nicht ausreichend Flächen zur Verfügung habe stellen können, so ein ÖBB-Sprecher. Was aber, wenn sich die Wiener keine ÖBB-Bäume in den Garten pflanzen wollen? Sollte nicht für alle 420 Klimabäume bis zur Baufertigstellung (geplant Ende 2036) ein Standort gefunden worden sein, werde „die fehlende Anzahl auf geeigneten Flächen im Stadtgebiet von Wien gepflanzt“, versprechen die ÖBB.

Alle weiteren Infos dazu gibt es hier

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