Kleingärten in Wien-Hietzing müssen Verbindungsbahn weichen
Lange, nämlich über Jahre hinweg, wurde darüber geredet. Jetzt werden die ersten Auswirkungen spürbar: Die Verbindungsbahn wird neu gebaut. Am eigenen Leib spüren das zuerst die Kleingärtner. Bis heute, 31. Juli, müssen sie aus ihren Parzellen ausziehen. Die ÖBB brauchen Platz für den Ausbau der Bahn.
Die Kleingärten befinden sich direkt an der Trasse der S80. Insgesamt rund 25 Parzellen in diesen Bereichen sind betroffen, berichten die ÖBB. Sie stehen im Bereich der Hummelgasse und Bossigasse sowie in der Eduard-Jäger-Gasse und in der Hofwiesengasse (siehe Grafik).
„Seit Jahren bekannt“
Die Pächter der Kleingärten seien bereits vor mehreren Jahren darüber informiert worden, dass „bei Bauumsetzung des Projekts der Attraktivierung der Verbindungsbahn die Gärten zu räumen sind“. Da das Genehmigungsverfahren aber viel mehr Zeit in Anspruch genommen habe als ursprünglich geplant, sei der Zeitpunkt der Räumung entsprechend dem Stand des Genehmigungsverfahrens „laufend angepasst und an die Pächter kommuniziert“ worden, heißt es von den ÖBB.
Wie der KURIER berichtete, hing das Projekt über Jahre vor Gericht fest. Bis das Bundesverwaltungsgericht im Jänner grünes Licht erteilte. Erst kürzlich blitzte dann auch die Beschwerde gegen diese Entscheidung beim Verfassungsgerichtshof ab. Heißt also: Die Verbindungsbahn wird ausgebaut – und die Kleingartenhäuschen deswegen abgerissen.
Die Flächen der derzeitigen Kleingärten werden laut ÖBB nämlich für die Abwicklung der Arbeiten benötigt. Konkret für die Baustelleneinrichtung, heißt es. Das sei im UVP-Verfahren auch so dargestellt und genehmigt worden, wird berichtet. Die Baustelle werde ab August eingerichtet. Ab 7. September beginnen dann die Arbeiten. Wie berichtet, wird die S80 dann nur noch zwischen Wien-Aspern und Meidling verkehren.
Dauern wird die Sperre des Abschnitts zwischen Meidling und Hütteldorf bis 2027. Gebaut wird allerdings länger, denn die Arbeiten sollen in drei Etappen abgeschlossen werden: Der Abschnitt Nord bei der Hietzinger Hauptstraße soll 2030 fertiggestellt werden, der mittlere Abschnitt bei Speising bis 2032 und der südliche bei der Stranzenbergbrücke bis 2036.
Blumen und Würstl
Aber zurück zu den Kleingärtnern, die nun, wie der ORF zuerst berichtete, ausziehen müssen. Die meisten von ihnen hätten das Grundstück bereits verlassen, berichten die ÖBB. So etwa auch die „Blumenboutique“ in der Hietzinger Hauptstraße 88a. Rückzahlungen für allfällige in die Flächen getätigte Investitionen erhalten die Pächter übrigens nicht. Das sei vertraglich so geregelt, heißt es.
Ausziehen müssen mit heute aber noch nicht alle Pächter. Der Würstelstand „Zum Seidl“ an der Hietzinger Hauptstraße 90 darf noch bleiben: Er sei nicht von den ersten Baumaßnahmen betroffen, berichten die ÖBB. Erst 2028 sei er an der Reihe. Sowohl der Würstelstand als auch die Blumenboutique hätten aber bereits Ersatzstandorte gefunden, so die ÖBB.
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