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Chronik Wien
04/18/2020

Neustart der Wiener Spitäler: Privatkliniken springen ein

Kooperation mit dem KAV zum Abbau des Corona-bedingten Rückstaus bei den Operationen

von Josef Gebhard

Ein Stück Alltag kehrt nun auch in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) ein. In den vergangenen Wochen wurden alle nicht dringlichen Operationen verschoben, damit genügend Kapazitäten für Covid-19-Patienten zur Verfügung stehen. Experten warnten bereits, wie berichtet, vor den gravierenden negativen Folgen der Verschiebung von Behandlungen.

Angesichts der stark rückläufigen Zahl der Neuinfektionen beendet man nun – wie in anderen Bundesländern auch – diese Maßnahme und beginnt damit, den Rückstau an Patienten auf der OP-Warteliste abzuarbeiten. Nach Angaben des KAV handelt es sich um rund 2.000 Patienten. Sie werden nun kontaktiert und bekommen einen OP-Termin zugewiesen. Operiert wird allerdings nur, wer 24 Stunden vor dem geplanten Eingriff negativ auf Covid-19 getestet wurde.

Neue Wege

Um die verschobenen Operationen möglichst rasch zu erledigen, geht man ungewöhnliche Wege: Ab kommender Woche operieren die privaten Kliniken der PremiQaMed Group im Auftrag des KAV. Teil der Kooperation sind das Goldene Kreuz, die Privatklinik Döbling und die Confraternität mit insgesamt 123 Betten. Verhandlungen mit weiteren Trägern laufen. Konkret geht es dabei um das Rudolfinerhaus und das Evangelische Krankenhaus. „Eine Kooperation mit Privatkliniken hat es in dieser Form noch nie gegeben“, betont Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Die Behandlungen werden entweder von den dortigen Ärzten oder von KAV-Medizinern durchgeführt. Abgerechnet wird über den Gesundheitsfonds genauso wie bei einer Behandlung in einem KAV-Spital. Keineswegs müssten die Patienten befürchten, dass sie ihre Behandlungen privat zu bezahlen hätten, betont der Gesundheitsstadtrat. Die Zuweisung in das Privatspital müsse aber über den KAV erfolgen.

Dank der Unterstützung der Privatspitäler (sie ist vorerst mit Ende Juni befristet) sei es möglich, weiterhin vorsorglich große Kapazitäten für Coronavirus-Patienten freizuhalten. Aktuell stünde ein Drittel der rund 1.000 Intensivbetten für sie frei, weiters gibt es 3.700 Betten auf den Normalstationen.

Weiterhin aufrecht bleibt das Betreuungszentrum in der Messe Wien mit seinen 3.100 Notbetten, in dem leicht erkrankte Covid-Patienten versorgt werden sollen, für die es zu Hause keine Betreuung gibt. In den kommenden Tagen könnten die ersten Erkrankten in das Messezentrum gebracht werden, kündigt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) an.

Weiterer Fahrplan

Sollten die Infektionszahlen weiter sinken, erfolgt in einer zweiten Phase eine schrittweise Öffnung der Ambulanzen in den Gemeindespitälern. Dann können sich neue Patienten für planbare Operationen anmelden.

Phase drei wäre dann die Aufhebung des Besuchsverbots und der Zugangskontrollen. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass das Virus in die Spitäler eingeschleppt wird. Mit der Beendigung dieser Restriktion wäre dann der Normalbetrieb der Spitäler zu hundert Prozent wiederhergestellt.

Wobei derzeit noch vollkommen offen sei, wann das der Fall sein wird, wie man seitens der Stadtregierung betont.

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