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Chronik Wien
07/12/2022

Neue Leitung der Vienna Club Commission steht fest

Die Jury traf eine einstimmige Entscheidung, das neue Team soll die Arbeit mit August aufnehmen.

von Andreas Puschautz

Martina Brunner und Thomas Heher teilen sich k├╝nftig die Gesch├Ąftsf├╝hrung der nunmehr fix installierten Vienna Club Commission (VCC), der Anlauf- und Servicestelle f├╝r die Wiener Clubszene. Das gab die rot-pinke Koalition am Dienstag in einer Aussendung bekannt.

Brunner war bereits w├Ąhrend der zweij├Ąhrigen Pilotphase f├╝r die VCC t├Ątig und wird die inhaltliche Leitung in Vollzeit ├╝bernehmen. Heher, unter anderem Organisator des Waves Festivals, wird sie in Belangen der kaufm├Ąnnischen Gesch├Ąftsf├╝hrung im Ausma├č von zehn Wochenstunden unterst├╝tzen. Ebenfalls mit an Bord ist der mit Erfahrungen der bereits seit 2001 bestehenden Berliner Club Commission ausgestattete Lutz Leichsenring, zwei weitere Stellen werden noch ausgeschrieben, sagte Brunner zum KURIER.

Das Team ist vorerst bis 2026 bestellt, finanziell ist die VCC mit einem Jahresbudget von 300.000 Euro ausgestattet.

Dauerhafte Einrichtung

Gestartet war die Vienna Club Commission im J├Ąnner 2020 als auf ein Jahr angelegtes Pilotprojekt, das wegen und w├Ąhrend der Corona-Pandemie verl├Ąngert wurde. Nach dessen Auslaufen schrieb die Stadt Wien die VCC im Herbst 2021 neu aus. Es gab drei Bewerbungen, eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Wien entschied sich - unterst├╝tzt von einem Branchen-Beirat -  einstimmig f├╝r die als Doppelspitze angetretenen Brunner und Heher.

Martina Brunner, geboren 1994, legte neben mehreren Stationen im Club- und Veranstaltungsbereich den Fokus in ihrem Publizistik- und Kommunikationswissenschaftsstudium auf international bestehende Organisationen im Club- und Veranstaltungskontext und deren Mehrwert f├╝r eine Stadt. 2017 gr├╝ndete sie die Initiative N8BM - Nachtb├╝rgermeister Wien, um eine Service- und Vermittlungsstelle f├╝r das Wiener Nachtleben ins Leben zu rufen. Ab 2020 war sie Teil des Pilotprojekts Vienna Club Commission.

Thomas Heher, geboren 1974, co-gr├╝ndete vor 25 Jahren das Popkulturmagazin The Gap. 1998 rief er das Indie-Label P.A.M. RECORDS ins Leben. Als Veranstalter und Kurator von Konzerten, Lesungen und Film-Screenings initiierte und gestaltete er 2015 das Electric Spring Festival. Nach der Gr├╝ndung und Gesch├Ąftsleitung der Literaturzeitung Volltext (2002) und dem Musikmagazin TBA (2006) leitet er seit mehr als einem Jahrzehnt das Showcase-Festival mit Konferenzprogramm "Waves Vienna".

Club-Mehrwert st├Ąrken

"Es freut uns ungemein, nun die Chance zu haben, an die im Pilotprojekt aufgebauten Strukturen anzukn├╝pfen und das Angebot in den n├Ąchsten Jahren zu festigen und weiterzuentwickeln", so die beiden in der Aussendung. "Wir blicken mit Zuversicht der Zusammenarbeit mit den in Wien t├Ątigen Akteur*innen der Club- und Veranstaltungsszene, den Entscheidungstr├Ąger*innen auf politischer Ebene, komplement├Ąren Einrichtungen sowie mit den in Wien lebenden Menschen entgegen, um so den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Mehrwert der Stadt im Club- und Veranstaltungskontext zu st├Ąrken."

Neos-Clubkultursprecher Markus Ornig bezeichnete die dauerhafte Etablierung der Club Commission als einen "Meilenstein f├╝r die Weiterentwicklung des Miteinanders in der Wiener Nacht" und warnte bereits vor einem "herausfordernden Herbst" f├╝r die Branche. "Es gilt schon jetzt Konzepte mit der Branche zu entwickeln um neuerliche, pandemiebedingte Schlie├čungen der Clubs zu vermeiden", so Ornig.

"Ich freue mich, dass es mit der Vienna Club Commission nun eine fixe Anlauf- und Servicestelle f├╝r die Clubszene, die Besucher*innen und Anrainer*innen sowie alle Stakeholder*innen gibt", so Kulturstadtr├Ątin Veronica Kaup-Hasler (SP├ľ). Laut Finanzstadtrat Peter Hanke (ebenfalls SP├ľ) gibt es in Wien "trotz der Coronapandemie ein wachsendes und vielf├Ąltiges Angebot an innovativer Clubkultur, Veranstaltungslocations und Musikspielst├Ątten". Damit sei die Szene nicht nur ein relevanter Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein attraktives Angebot im St├Ądtetourismus.

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