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Chronik Wien
04/27/2019

Nach Renoir-Diebstahl im Dorotheum möglicher Komplize gefasst

Verdächtiger in der Ukraine in anderem Zusammenhang festgenommen, Das Bild ist allerdings noch verschwunden.

Nach dem aufsehenerregenden Diebstahl eines Renoir-Gemäldes im November 2018 aus dem Wiener Dorotheum könnte ein mutmaßliche Mittäter geschnappt worden sein. Der Verdächtige wurde vor fast zwei Wochen wegen eines anderen Vergehens in der Ukraine festgenommen. Ein weiterer Beschuldigter sitzt bereits in Wien in Haft.

Drei Diebe hatten am 26. November 2018 um 17.15 Uhr das Auktionshaus in der Wiener Innenstadt betreten und sich zielgerichtet zu dem im zweiten Stock ausgestellten Werk begeben, das zwei Tage später bei einer Auktion für Klassische Moderne verkauft werden hätte sollen. Sie nahmen das Bild aus dem Rahmen und verließen damit unbehelligt das Gebäude in der Dorotheergasse.

Seit Ende Dezember sitzt deswegen ein Ukrainer (59) in Wien in U-Haft. Er war in Amsterdam festgenommen und kurz darauf überstellt worden. Der Mann habe bereits eine einschlägige Vorstrafe und sei ein auf Kunstdiebstähle spezialisierter Profi, erfuhr damals die APA von den Behörden.

Kunstwerke sichergestellt

Diese Woche gab die ukrainische Polizei die Festnahme mehrerer Verdächtiger wegen anderer Straftaten bekannt. Es wurden aber auch Kunstwerke sichergestellt, u.a. "Le Port de La Rochelle" (Der Hafen von La Rochelle) von Paul Signac, das im Mai 2018 aus einem Museum in Nancy gestohlen worden war. Die Ukraine hat das Gemälde mittlerweile an Frankreich retourniert.

Der Verdächtige, der wegen eines anderen Vergehens festgenommen worden war, hatte die Polizei über das Bild informiert. Auf einem von der Behörde präsentierten Video gestand er: "Gestohlen wurde es nur aus dem Grund, weil es sehr einfach war." Die ukrainische Polizei prüft nun, ob die Gruppe an weiteren Kunstdiebstählen beteiligt war, etwa bei dem Coup im Dorotheum. "Es dürfte sich um einen Mittäter handeln", bestätigte Nina Bussek, Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, Berichte der "Salzburger Nachrichten". Es liege ein europäischer Haftbefehl vor und die Behörden arbeiteten auf Basis von Rechtshilfe zusammen.

Das 1895 entstandene, 27 x 40 Zentimeter große Landschaftsgemälde "Bretonische Küstenlandschaft" des Impressionisten Pierre-Auguste Renoir, das auf 120.000 bis 160.000 Euro geschätzt wird, ist aber weiter verschwunden. "Es gibt keine Neuigkeiten zum Bild", sagte Bussek am Samstag auf APA-Anfrage.

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