Aus zwei wird eine: In die gelbe Tonne kommt künftig auch Metall.

© ARA/Lukas Maximilian

Chronik Wien
09/09/2019

Mülltrennung: Stadt Wien fusioniert gelbe und blaue Tonne

Durch die Zusammenlegung erhofft man sich Steigerung der Sammelmenge sowie weniger Fehlwürfe. Zudem werden Lkw-Fahrten eingespart.

von Bernhard Ichner

Wien stellt die Modalitäten bei der Abfallsammlung um und fusioniert die gelbe und die blaue Tonne. Künftig werden sowohl Plastikflaschen und Getränkekartons als auch Metall in der gelb-blauen Kombitonne bzw. in Einfamilienhäusern im gelb-blauen Kombisack gesammelt. Das mache den Wienern das Mülltrennen einfacher und verringere die Anzahl der nötigen Lkw-Fahrten beim Abtransport der Abfälle, erläutert Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Montag.

„Die Botschaft ist relativ simpel: Aus zwei wird eins“, sagt die Ressortchefin. Künftig werden die rund 5.300 Tonnen Plastikflaschen und Tetrapaks sowie die rund 2.300 Tonnen Getränkedosen, die die Wiener jährlich sammeln, gemeinsam entsorgt.

Hinterher trennt man die Altstoffe mit Hilfe automatisierter Sortiertechnologie und recycelt sie umweltfreundlich. Durch die Fusion werden im Jahr rund 80.000 Transportkilometer und somit rund 160.000 Kilo CO2-Äquivalente eingespart, weil die einzelnen Fraktionen nicht mehr von unterschiedlichen Lkw entsorgt werden müssten.

Mehr Sammelmöglichkeiten

Weitere Vorteile seien, dass die getrennte Vorsammlung im Haushalt entfalle - was Platz spare. Und dass die Anzahl von rund 19.000 Müllsammelbehältern an mehr als 6.500 Wiener Standorten zwar gleich bleibe - durch die gemeinsame Sammlung der drei Altstoffarten ergebe sich jedoch ein Plus von rund 2.300 Standorten für die Sammlung von Dosen sowie ein Plus von rund 800 Standorten für Plastikflaschen und Getränkekartons, sagt Sima.

Durch die Fusion von gelber und blauer Tonne erhoffen sich die Stadt Wien und die "Altstoff Recycling Austria" (ARA) eine Steigerung der Sammelmenge sowie weniger Fehlwürfe. Grund zu der Annahme gibt ein Pilotversuch im 15. Bezirk, der zu einer 10- bis 15-prozentigen Zunahme der Sammelmenge (und weniger Fehlwürfen) führte.

Individuelles Recycling

Ermöglicht werde die Systemumstellung durch moderne Sortiertechnologien, erklärt ARA-Vorstand Christoph Scharff. So werden Metalle mittels Magneten und Metalabschneidern von den Plastikflaschen und Getränkekartons getrennt. Die Plastikflaschen werden nach Farbe und Material sortiert. Spezielle Sensoren und Gebläse scheiden die Getränkekartons aus. Die Altstoffe werden sodann individuell recycelt und schließlich als Sekundärrohstoff für neue Verpackungen oder andere Produkte wie zum Beispiel Autoteile oder Eisenbahnschienen verwendet. (Und nein: Ordnungsgemäß entsorgtes  Plastik wird nicht verbrannt.)

Ab sofort können in die bestehenden gelben Tonnen bzw. in den Gelben Sack zu Hause also Plastikflaschen, Getränkeverpackungen und Metalle eingeworfen werden. Die Tonnen werden sukzessive optisch angepasst, die blauen ersetzt. Alle Haushalte erhalten zudem rund zwei Wochen vor Beginn der Umstellung eine neue Vorsammeltasche und ein Infoblatt. Der Austausch der rund 19.000 Sammelbehälter im öffentlichen Raum nimmt etwa sechs Monate in Anspruch.

Nähere Informationen zum Thema Mülltrennung findet man auf www.abfall.wien.at