© Markus Strohmayer

Chronik Wien
02/23/2021

Wien-Favoriten: Mann soll Lebensgefährtin erstochen haben

Der 29-Jährige stellte sich selbst beim Stiefvater des Opfers. Schon am Tag davor rief die Frau die Polizei, weil der Mann gewalttätig gewesen sein soll.

von Konstantin Auer, Markus Strohmayer

Am Dienstag in den frühen Morgenstunden soll ein Mann in Wien-Favoriten seine Lebensgefährtin mit einem Messer erstochen haben. Er stellte sich selbst gegen 5.30 Uhr beim Stiefvater der Frau, der im selben Haus wie die Frau in der Angeligasse lebt.

Der Stiefvater ging mit dem Verdächtigen noch in die Wohnung der 28-jährigen polnischen Staatsbürgerin, wo sie die leblose Frau fanden. Der Stiefvater verständigte die Rettung, welche nach Reanimationsversuchen aber nur noch den Tod feststellen konnte. Die Polizei nahm den Verdächtigen - einen 29-jährigen österreichischen Staatsbürger - noch in der Wohnung widerstandslos fest. Die Tatwaffe - ein Messer - wurde von der Polizei sichergestellt. Der Mann dürfte laut ersten Informationen der Polizei alkoholisiert gewesen sein.

Frau verständigte davor schon die Polizei

Das besonders tragische an dem Fall: Die Frau hatte schon davor selbst die Polizei gerufen. Kurz vor Mitternacht wählte sie laut Polizei den Notruf, da sie ihr Lebensgefährte geschlagen und zu Boden gestoßen haben soll. Dabei erlitt die Frau leichte Blessuren, sie wurde von der Rettung in ein Krankenhaus gebracht. 

Die Polizei leitete eine Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter ein - er war allerdings laut Angaben der Polizei weder in der Wohnung der Frau, noch in seiner eigenen Wohnung in Wien-Meidling auffindbar. Mehrere Funkwagen der Polizei sollen auch die Umgebung in Favoriten abgefahren sein, um ein Betretungs- und Annäherungsverbot gegen den Mann auszusprechen - allerdings ohne Erfolg. 

Nachdem die Frau aus dem Krankenhaus zurückkehrte, soll der Mann die Frau dann erstochen haben. "Wo der Mann in der Zwischenzeit war, ist noch unklar", teilt ein Polizeisprecher mit. Auch wisse man noch nichts über ein mögliches Motiv.

Es gab oft Streit

Der Mann sei laut Polizei aber einschlägig - also wegen Körperverletzungen - vorbestraft. Bezüglich dieser Beziehung sei der Polizei aber nichts vorgelegen. Die Einvernahme des Verdächtigen stand Dienstagmittag noch aus - offen war auch noch, wie Verdächtiger und Opfer genau zueinander standen, wie die Frau vom Krankenhaus zurück nach Favoriten kam und ob sie den mutmaßlichen Täter selbst wieder in ihre Wohnung gelassen hat.

Laut den Nachbarn soll es immer wieder zu Streitereien gekommen sein - die Frau und ihr Lebensgefährte sollen viel Alkohol getrunken haben. Daher soll es es auch zu Auseinandersetzungen mit anderen Bewohnern des Hauses gekommen sein. Am Dienstagnachmittag war jedenfalls noch die Tatortgruppe des Landeskriminalamts in der Wohnung in Favoriten damit beschäftigt, mögliche Spuren zu sichern.

Betroffene erhalten Hilfe bei der Interventionsstelle gegen Gewalt und dem Frauennotruf: 0800/222555 bzw. 01/71719.

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