Chronik | Wien
29.03.2017

Mohamed M.s Komplize ist offenbar tot

Abu Omar al-Almani soll von kurdischen Frauen getötet worden sein.

Der deutsche Terrorist Yamin Abou-Zand (alias Abu Omar al-Almani) soll tot sein. Es handelt sich dabei um jenen Mann, der gemeinsam mit dem Austro-Terroristen Mohamed Mahmoud im Sommer 2015 im syrischen Palmyra zwei vor ihm kniende Geisel ermordet hat. Die Hinrichtung wurde gefilmt und anschließend mit Drohungen an Österreich und Deutschland im Internet veröffentlicht. Bei den Opfern dürfte es sich um syrische Soldaten gehandelt haben.

Kämpfe mit Kurden

Al-Almani dürfte laut einem Bericht der kurdischen Nachrichtenseite ANHA Samstag Nacht gemeinsam mit drei IS-Mitstreitern bei Kämpfen nahe der Tabqa-Talsperre (im Norden Syriens) getötet worden sein - von Kämpferinnen der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten (YPJ). Sogar ein Video soll es geben von jenem Moment als Abou-Zand durch eine Explosion getötet wurde, berichtet der deutsche "Stern". Am Ende des Videos wird demnach eine Leiche gezeigt, deren Gesicht allerdings verpixelt ist. Sie kann daher nicht eindeutig als al-Almani identifiziert werden.

Bei derartigen Berichten ist jedenfalls Vorsicht angebracht, einige Terroristen des Islamischen Staates wurden bereits mehrfach irrtümlich für tot erklärt. Für den Tod des Deutschen gibt es vorerst keine weitere oder unabhängige Quelle.

Von Mohamed Mahmoud gab es erst kürzlich erstmals seit 2015ein Lebenszeichen. Der gebürtige Wiener soll in Rakka an Propagandamagazinen mitarbeiten, die für den europäischen Raum gedacht sind. Dabei wurden zuletzt auch Todesdrohungen gegen prominente österreichische Muslime ausgesprochen.

Achtfacher Mord

Dem 32-jährigen Mahmoud, der sich Usama al-Gharib nennt, wird von der Staatsanwaltschaft Wien achtfacher Mord und Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Gegen ihn besteht ein euopäischer Haftbefehl. Medienberichten zufolge könnte er auch mit jener Gruppe in Essen kommuniziert haben, die einen Anschlag auf ein Einkaufszentum im deutschen Essen geplant hat.

Abou-Zand wurde 2014 von seinem Arbeitgeber Telekom beim Verfassungsschutz gemeldet, nachdem er sich radikal verändert hatte. Er konnte nach Syrien flüchten und schloss sich dort dem Islamischen Staat an. Dabei dürfte er auf Mahmoud getroffen sein.