Chronik | Wien
09.03.2018

Messer-Attacke in Wien: 67-Jähriger nicht mehr in Lebensgefahr

Patient ist aber weiterhin in kritischem Zustand. Familie bedankte sich für Anteilnahme.

Der 67-jährige, der sich nach einer Messer-Attacke am Mittwoch in Wien-Leopoldstadt in Lebensgefahr befand, war am Freitag in einem stabilen Zustand, wie die PR-Agentur des behandelnden Krankenhauses auf KURIER-Anfrage mitteilte.

Über den Verdächtigen Afghanen wurde indes noch keine U-Haft verhängt, da er weiterhin in Polizeigewahrsam war, gab eine Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft bekannt.

Angreifer geständig

Der 23-jährige Jafar S. hat sich gestern, Donnerstag, zu zwei Messerattacken geständig gezeigt, bei denen insgesamt vier Menschen verletzt worden sind. Er hatte in der Praterstraße eine Familie angegriffen, am Praterstern dann einen 20-jährigen Bekannten. Am ersten Tatort am Nestroyplatz wurde auch der 67-jährige Vater schwer verletzt, der sich am Freitag weiterhin in kritischem Zustand und im künstlichen Tiefschlaf befand. Die drei weiteren Opfer waren bereits gestern, Donnerstag, außer Lebensgefahr.

Die von der Messerattacke betroffene Familie bedankte sich am Freitag für die öffentliche Anteilnahme. Zugleich appellierte Anwältin Maria Windhager, die die Familie medienrechtlich vertritt, bei der Berichterstattung über den Fall die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu wahren.

Was die Vorgeschichte des Verdächtigen in Österreich betrifft, so habe dieser laut dem Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl im Jahr 2015 um Asyl angesucht, sich aber dem Verfahren entzogen und sei untergetaucht, wie er am Donnerstag in der ZiB2 sagte (siehe Video unten). Er soll dann seit 2016 bis zu seiner Festnahme am Mittwoch als "U-Boot" gelebt haben. Davor sei der afghanische Staatsbürger jedoch polizeilich auffällig geworden und ins Drogenmilieu abgeglitten, sagte Pürstl weiter. Gegenüber den Behörden habe er angegeben, Österreich ohnehin wieder verlassen zu wollen.