© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
09/24/2020

Maskenverweigerer sorgen für Aufregung

Kunden und Verkäufer klagen über Verweigerer. Kontrollieren will die Maskenpflicht kaum jemand.

von Konstantin Auer

Den Mund- und Nasenschutz vergessen, unter der Nase hängend oder gar Maskenverweigerer. Immer wieder sorgen solche Personen in Geschäften und Supermärkten für Aufregung. Die Handhabe gegen sie ist für das Verkaufspersonal oft gar nicht einfach – vor allem weil angesprochene Personen zunehmend aggressiv reagieren würden.

So erzählt etwa KURIER-Leser Gernot B. von einem Besuch in einem Interspar in Wien-Donaustadt: Nach Monaten sei er das erste Mal wieder mit seiner 75-jährigen Schwiegermutter einkaufen gegangen. Als er ein Trio ohne Maske, das ihnen zu nahe kam, ansprach, sei er wüst beschimpft worden. Ein Mitarbeiter des Supermarkts habe ihm dann mitgeteilt, dass er gar nichts sagen dürfe.

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Von Spar heißt es dazu, dass die Mitarbeiter angehalten wurden, Menschen ohne Maske „höflich, aber nachdrücklich darauf hinzuweisen und eine Gratismaske anzubieten“. Mehr wolle man den Mitarbeitern aber nicht auftragen – zu ihrem eigenen Schutz, argumentiert man. „Wir können es unseren Mitarbeitenden nicht zumuten, verbale Gefechte mit den Kunden auszutragen, denn leider reagieren Maskenverweigerer oft recht aggressiv“, sagt eine Sprecherin.

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In der Praxis seien es eh meist andere Kunden, die Personen ohne Masken ansprechen würden. Die Polizei zu rufen helfe meistens nicht, weil die Maskenverweigerer weg seien, bevor die Beamten eintreffen.

Eine ähnliche Vorgehensweise scheint man auch bei Rewe (z. B. Billa, Merkur) zu haben: Man weise darauf hin und biete eine Gratismaske an. Was bei Maskenverweigerung passiere, scheint nicht ganz klar geregelt zu sein: „Die Frage nach der Handhabe sollte man der Exekutive stellen“, sagt ein Sprecher. Nur in größeren Filialen gebe es Sicherheitspersonal. Nur in äußersten Notfällen würde man Hausverbote aussprechen.

Trafikantin bedroht

Wie mühsam das Durchsetzen der Maskenpflicht für Verkäufer sein kann, erzählt auch Trafikantin Martina G. aus Wolkersdorf. Sie wandte sich an den KURIER, nachdem sie einen Mann vier Mal darauf hinweisen musste und er sie dann beschimpft und sogar gedroht habe: „Ich tu dir etwas an“. Nur weil ihr andere Kunden geholfen hätten, sei der Mann gegangen. Fälle wie diese würden sich in der Trafik häufen: „Das ist schon sehr anstrengend“, sagt sie.

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Aber: Spar, Rewe und die Trafikantin betonen, dass sich die allermeisten Kunden an die Maskenpflicht halten.

Mit Schwerpunktaktionen der Polizei sei derzeit in Supermärkten oder Geschäften jedenfalls nicht zu rechnen, heißt es von der Wiener Polizei. Dort sei vor allem das Hausrecht anzuwenden.

Man konzentriere sich auf Veranstaltungen und Partys: „Da diese nach Informationen der Gesundheitsbehörden einen Großteil der Neuinfektionen ausmachen, sehen wir die Hilfestellung in diesem Bereich als besonders sinnvoll an“, sagt Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl.

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