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Chronik Wien
03/11/2020

Marx-Halle: Alles neu macht der Herbst

Ab Sommer wird endlich umgebaut. Der Stadtrechnungshof kritisierte die lange Planlosigkeit.

von Julia Schrenk

Die Neunutzung der einstigen Rinderhalle in St. Marx (Landstraße) wurde jahrelang angekündigt. Und ebenso lange wieder verschoben.

Neu Marx“ hieß das Projekt zunächst, dann „Neu Marx Reloaded“; zunächst wollte die damalige Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) einen „Life Science Hotspot“ (also ein Zentrum für die dort angesiedelten Unternehmen mit Schwerpunkt auf Biotechnologie). Später hieß es, in der Halle sollen vor allem Co-Working-Spaces entstehen. Also Arbeitsräume, die sich Jungunternehmer in der Nutzung teilen können.

Der langjährige Pächter der Halle, Herwig Ursin von der Eventagentur Hey-U, sollte hinauskomplimentiert werden.

Allerdings: aus keiner dieser Ideen ist je etwas geworden. Im Jänner 2018 gab die damals zuständige Stadträtin Brauner nämlich doch bekannt, dass Ursin den Zuschlag für die langjährige Neu-Nutzung der Halle bekommen soll.

Dieses langjährige Hin- und Her war oft Inhalt harscher Kritik der Opposition. Am Dienstag hat nun auch der Wiener Stadtrechnungshof Stellung genommen. In seinem aktuell Bericht heißt es wörtlich, „dass eine klare und zielgerichtete Ausrichtung bzw. Positionierung hinsichtlich einer konkreten Nutzung der Marx-Halle nicht gegeben war.“

Die Kritik richtet sich an die WSE, die Wiener Standortentwicklungs GmbH, die für Stadtentwicklung zuständig ist. Sie wird die Empfehlungen des Stadtrechnungshof umsetzen, oder hat das schon getan.

Es habe sogar so viele verschiedene Pläne gegeben, dass dem Stadtrechnungshof „keine vollständige Aufstellung der in Auftrag gegebenen Konzepte“ vorgelegt werden konnte. 17 Jahre – von 2000 bis 2017 – hat es schlussendlich gedauert, bis die Neunutzung der Halle fixiert wurde.

Den Zuschlag für die langjährige Nutzung bekam schließlich Herwig Ursin, den man vorher noch loswerden wollte.

Essen und einkaufen

Und jetzt ist auch klar, wann mit dem Umbau der Marx-Halle begonnen werden kann – und zwar im Sommer. „Ich wäre ja gerne jetzt schon fertig gewesen“, sagt Herwig Ursin. Aber die großen Schäden nach dem Brand in der Halle hätten die Umbauarbeiten stark verzögert.

Wie berichtet, hatte ja im September 2017 ein junges Paar versucht, Geister zu „beschwören“ – und dabei die Halle in Brand gesetzt.

Die Halle soll im Herbst dieses Jahres neu eröffnet werden. „Wenn alles nach Plan läuft“, sagt Ursin. Auf der Fläche von etwa 3.000 Quadratmetern sollen bis zu zwölf Lokale und vier Geschäfte entstehen.

Die sollen vor allem Jungdesignern zur Verfügung gestellt werden, auch temporär. Außerdem soll es dort eine Bühne für kleinere Veranstaltungen (etwa Frühschoppen) – samt Balkonen für den besseren Ausblick – und einen Markt geben.

Für Co-Working-Spaces stehen künftig nur noch 300 Quadratmeter zur Verfügung.

Marx Halle
Die ehemalige Rinderhalle des einstigen Schlachthofes  von 1879 bis 1883 gebaut. Die Dachkonstruktion aus Stahl steht unter Denkmalschutz

Eventhalle
Gleich neben der Marx Halle soll bis zum Jahr 2025 die neue ovale Eventhalle in Wien errichtet werden. Dort sollen große Sport-, Musik-  und  Show-Veranstaltungen stattfinden

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