Chronik | Wien
11.09.2017

Halle St. Marx: Es war Brandstiftung

Einbruchsspuren entdeckt, Täter zündelte bei Rückwand zur Bühne von Michael Niavarani.

Der Brand in der Veranstaltungshalle St. Marx war gelegt. Das bestätigte am Montag Vormittag die Polizei gegenüber dem KURIER. Ein oder mehrere Täter hatten einen Einrichtungsgegenstand an der Rückwand zu jener Bühne angezündet, die zum Globetheater des Künstlers Michael Niavarani gehört. Es gibt Einbruchsspuren, wie das Landeskriminalamt herausgefunden hat. Es wurde allerdings kein Brandbeschleuniger (wie etwa Benzin) eingesetzt.

In der Nacht auf Sonntag war in der Marx-Halle am Gelände des ehemaligen Schlachthof St. Marx Feuer ausgebrochen. Die Flammen griffen rasch aufs Dach über. Passanten entdeckten den Brand gegen 1.40 Uhr und alarmierten die Feuerwehr. Verletzt wurde niemand. Allerdings wurde die denkmalgeschützte Halle in Mitleidenschaft gezogen. Die genaue Schadenshöhe konnte bislang allerdings noch nicht beziffert werden, wurde von der Polizei aber als erheblich bezeichnet.

Ein Vandalenakt?

Bisher unklar ist, ob es sich um eine gezielte Aktion gegen Michael Niavarani und sein Theater handelt. Der Entertainer hat im März eine Vertragsverlängerung bekannt gegeben und will seine Shakespeare-Adaptionen dort aufführen. Niavarani hatte sich aber auch mehrfach (gesellschafts-)politisch geäußert und sich so den Ärger gewisser Kreise zugezogen. Die Polizei vermutet derzeit aber eher einen Vandalenakt, auch Videoaufnahmen werden derzeit überprüft.

„Wir gehen davon aus, dass der Spielbetrieb wie geplant stattfinden kann“, heißt es aus vom Globe Wien-Theater, das Michael Niavarani und Georg Hoanzl betrieben wird. Der erste Vorführungstermin nach der Sommerpause ist der 25. September – ein Comedyabend mit Michael Mittermeiers neuem Programm „Wild“ soll laut jetzigem Stand der Informationen wie geplant durchgeführt werden. Das gesamte Ausmaß des Schadens werde aber erst in ein bis zwei Tagen bekannt sein. Auch die Viennacontemporary will hier vom 21. bis 24. September eine internationale Kunstmesse abhalten.