© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Wien
10/12/2020

Rot-Grünes Duell im 2. Bezirk: Plötzlich nicht mehr Bezirkschefin

Die Grüne Uschi Lichtenegger konnte laut Hochrechnung bei der Bezirksvertetungswahl nur einen Sprengel halten. Der KURIER hat sich dort umgehört.

von Stefanie Rachbauer

Wären die Grünen ein Stadtteil, dann wären sie das Nordbahnviertel. Hier gibt es kaum Verkehr, üppige Grünflächen zwischen den Häusern und (bald) einen Park mit Biotopen für Kröten. Dazu: ein Lokal, in dem Flüchtlinge kochen, und eine Bio-Bäckerei von Partei-Urgestein Christoph Chorherr.

Kurzum: Hier ist zu finden, wofür die Ökopartei steht. Oder, wie es ein Student bei „Gragger und Chorherr“ formuliert: „Das hier ist die Definition von Grün.“ Ausgezahlt hat sich das am Sonntag aber kaum.

Sogar im Nordbahnviertel hat die SPÖ die Grünen bei der Bezirkswahl überholt: Alexander Nikolai wird Uschi Lichtenegger ablösen.

Lichtenegger zuletzt zuversichtlich

Für sie dürfte das so überraschend kommen, wie ihre Kür zur Bezirkschefin im Zuge der Wahlwiederholung 2016 (bei der es eigentlich um Platz 2 gegangen war). Im KURIER gab sich Lichtenegger zuletzt noch zuversichtlich, die Leopoldstadt halten zu können.

Nun ist laut Hochrechnung nur ein Sprengel grün: Jener mit der Nummer 2069 im Nordbahnviertel, der aus einer großen Baustelle und 20 Häusern (in einem befindet sich Chorherrs Bäckerei) besteht.

„Schade, dass die Grünen nicht gewonnen haben“, sagt eine Passantin auf der Bruno-Marek-Allee. „Verkehrspolitisch wird sich jetzt sicher was ändern.“

Wie diese Veränderung aussehen könnte, zeigte zuletzt der Streit um den Umbau der Praterstraße: Nikolai versprach, dabei die „Interessen aller Verkehrsteilnehmer“ zu berücksichtigen. Soll heißen: Die SPÖ will möglichst wenige Einschränkungen für Autofahrer.

Lichtenegger plante dagegen, stadtauswärts eine Spur wegzunehmen.

Pop-up polarisierte

Wie das funktioniert, erprobte sie mit einem Pop-up-Radweg auf der Fahrbahn. „Das die Leute aufgehetzt“, sagt ein Radfahrer. Auch andere Bezirksbewohner sehen im Radweg einen Grund für die grüne Niederlage.

Lichtenegger selbst will sich erst am Dienstag dazu äußern. In der Partei erklärt man den Verlust mit der „sozialdemokratischen Struktur“ des Bezirks. Den Coup von 2016 zu wiederholen, sei ohnehin unrealistisch gewesen.

Und die Grün-Wähler im Nordbahnviertel, die trösten sich mit der Stadt-Ebene: „Dort läuft es ja eh auf eine grüne Regierungsbeteiligung hinaus“, sagt eine Bewohnerin.

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