© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Wien
06/14/2021

Kunstprojekt: Metallener „Wal“ am Ufer des Donaukanals gestrandet

Das Objekt unweit der Rotundenbrücke soll den Freiraum aufwerten und ein Treffpunkt sein.

von Nina Oezelt

Am Ufer das Donaukanals, nur wenige Meter von der Rotundenbrücke entfernt, wurde in den vergangenen Tagen eine Art Tunnel aus 124 Metallstangen aufgestellt. 18 Meter lang, 4,6 Meter breit und 3,5 Meter hoch ist er im Endausbau.

Er hat die Form eines Wals und heißt dazu passend „kanalWal“. Heute, Montag, wird die Konstruktion eröffnet.

Dabei handelt es sich um ein Kunst-Projekt von Studierenden der Technischen Universität Wien (TU). Als Standort wurde eine Stiege ausgewählt, die vom Treppelweg ans Wasser führt.

Menschen genau dort hinunter zu bringen, ist eines der Ziele des „kanalWals“: Der Schwimmverein Donaukanal lädt dort ab sofort jeden Montag zum Baden. (Schwimmen auf eigene Gefahr)

Der Kanalwal

Es ist ein 18 Meter langes Konstrukt aus 124 Stück einzelnen Gerüststangen. 4,60 Meter breit und 3,50 Meter hoch. 

Julia Stanzel

Die Architektur-Studentin übernahm die Bauleitung während des Projekts.

Auf der Baustelle

Rund 60 Prozent der Studenten, die am Projekt teilgenommen haben, waren weiblich.

Drei Wochen

Drei Wochen lang dauerte der Aufbau.

Die Konstruktion

„Der Wal ist eine reziproke Konstruktion ähnlich, wie die da Vinci-Brücke, also eine Brücke die sich selbst trägt“, sagt Julia Stanzel

Säcke

Sitzsäcke sollen als Sitzelemente dienen. Sieben Hängematten werden noch auf den Stangen befestigt. 

Achtung Baustelle

Der Kanalwal wird bis 4. Juli für alle zugänglich sein.

Konstruktion und Entwerfen

Die Aufgabenstellung zu diesem Konstrukt ließen sich die beiden Lehrveranstaltungsleiterinnen Silke Fischer und Elisabeth Weiler vom Institut für Architektur und Entwerfen vom Forschungsbereich Hochbau – Konstruktion und Entwerfen  an der TU Wien einfallen.

Hinter diesem Verein steht eine Gruppe junger Leute, die sich im vergangenen Sommer zusammengeschlossen haben, um die Wienerinnen und Wiener zum Schwimmen im Donaukanal zu animieren.

In dem Verein sind TU-Studierende engagiert. Und so ergab es sich, dass der Verein am „kanalWal“ mitarbeitete.

Für alle jene, die nicht ins Wasser gehen möchten, gibt es sieben Hängematten, die an Metallstangen befestigt sind – und Abkühlung in Form von Sprühnebelduschen. Jeder, der möchte, darf sich dort aufhalten.

Konsumfreier Raum

Die Idee für den Wal ist in einer Lehrveranstaltung am Institut für Architektur und Entwerfen entstanden. Der Titel der Vorlesung lautete „Staycation“ – ein Kunstwort aus den englischen Begriffen „stay“ (bleiben) und „vacation“ (Urlaub).

Der Urlaub zu Hause erlebte durch Corona bekanntlich einen Aufschwung. Vor diesem Hintergrund setzten sich die Studierenden damit auseinander, wie man den Donaukanal und andere konsumfreie öffentliche Orte ansprechend gestalten kann – etwa für Daheimgebliebene.

Gruppendynamik

Das Besondere an dem Projekt: Die Studierenden haben es nicht nur theoretisch entwickelt, sondern auch selbst praktisch umgesetzt: Das hieß: Abstände messen, Stangen zurechtschneiden und auf der Konstruktion herumklettern.

Das Projekt
Der „kanalWal“  ist am Donaukanalufer aufseiten des 2. Bezirks unweit der Rotundenbrücke zu finden. Heute wird die Konstruktion eröffnet, sie bleibt bis 4. Juli. Nähere Informationen sind auf Instagram über das Profil „kanal_wal“ zu finden.

Der Schwimmverein
Der Schwimmverein Donaukanal wurde vergangenes Jahr gegründet.  Er hat es sich zum Ziel gesetzt, den Donaukanal als Schwimmstelle in der Innenstadt Wiens neu zu beleben. Infos und Schwimmtermine hier.

Die Realität brachte so manche Überraschung mit sich: „Vieles davon, was wir theoretisch geplant hatten, hat sich dann auf der Baustelle doch anders entwickelt“, erzählt ein Student.

Außerdem spannend: Die Gruppendynamik in der dreiwöchigen Aufbauphase. Einander physisch zu sehen, war für die Studierenden in Zeiten von Distance Learning ungewohnt.

Doch nun haben sie ja einen Ort geschaffen, an dem sie sich regelmäßig treffen können.

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