© Kunsthistorisches Museum

Chronik Wien
08/05/2021

Kunsthistorisches Museum: Historischer Flügel wieder konzertreif

Durch eine Patenschaft wurde der Flügel von Klavierbauerin Nanette Streicher wieder spielbar gemacht, ein Konzert folgt.

von Agnes Preusser

Wer eine Patenschaft im Kunsthistorischen Museum (KHM) übernimmt, der bekommt ein besonderes Zuckerl. Man wird quasi unsterblich – und zwar, weil man auf ewig namentlich in der Inventarliste des KHM bei seinem „Patenkind“ angeführt wird.

Anonym bleiben kann man allerdings auch. So ist es etwa bei der Spende für den Hammerflügel der Instrumentenbauerin Nannette Streicher der Fall.

Durch die Patenschaft konnte das wertvolle Instrument komplett restauriert und wieder spielbar gemacht werden. Streicher, die von 1769 bis 1833 lebte, war Pianistin und Klavierfabrikantin. Ihren eigenen Betrieb in Wien baute sie zu einem der bedeutendsten Klavierbauunternehmen Europas aus.

Bedeutende Unternehmerin

Der Grundstein ihres Erfolgs wurde bereits in Streichers Kindheit gelegt. Ihr Vater gab ihr nicht nur Klavierunterricht, sondern unterwies sie schon sehr früh in Klavierbau. Nach seinem Tod konnte sie so seine Werkstatt eigenständig weiterführen.

Außerdem war Streicher auch mit vielen namhaften Persönlichkeiten befreundet – darunter etwa Ludwig van Beethoven.

Dieser wandte sich in sechzig Briefen an die Freundin, um Rat einzuholen. Der Komponist hatte davor die Vormundschaft für seinen Neffen übernommen und brauchte Erziehungstipps.

Streichers Flügel wird im Herbst zum ersten Mal nach der Restaurierung dem Publikum präsentiert: Am 10. Oktober um 11 Uhr wird die österreichische Pianistin Ines Schüttengruber in der Sammlung alter Musikinstrumente (1., Heldenplatz, Neue Burg) auf dem geretteten Instrument Klaviermusik aus dem Wiener Biedermeier spielen.

Ein weiteres Objekt, das dank einer Patenschaft saniert werden konnte, ist eine Nilpferd-Figur aus der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung, die aus ca. 2.000 vor Christus stammt. Die Beine der Figur wurden einer Schönheitskur unterzogen. Dabei wurden alte, wenig schöne Retuschen und Ausbesserungen erneuert.

Immerhin habe das Nilpferd bereits einige tausend Jahre auf dem Rücken und zähle zu den Lieblingsobjekten der jungen Besucher der Sammlung, heißt es aus dem Kunsthistorischen Museum.

Wenn es nicht anders geht, werden Objekte gleich repariert, aber Patenschaften würden die Finanzierung wesentlich erleichtern. Man kann übrigens auch Patenschaften für Dinge übernehmen, die gerade nicht restauriert werden müssen – für den Fall, dass man auf ein bestimmtes Objekt ein Auge geworfen hat.

Dann kommt die einmalige Zahlung anderen Erneuerungsprojekten zugute. Alle Infos zur Patenschaft und eine Suche nach „Lieblingsobjekten“ gibt es unter www.khm.at/unterstuetzen

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