Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Milliarden-Projekt: Wien geht bei Europas KI-Gigafabriken leer aus

Die EU will bis zu sieben riesige Rechenzentren errichten und dafür mindestens 30 Milliarden Euro mobilisieren.
Rechenzentrum Themenbild

Aus dem erhofften europäischen Prestigeprojekt für Wien wird vorerst nichts. Die Europäische Kommission hat die Ausschreibung für bis zu sieben sogenannte KI-Gigafabriken veröffentlicht. Wien, das sich gemeinsam mit dem Bund als möglicher Standort positioniert hatte, ist bei dem nun gewählten Modell nicht mehr im Rennen.

Ursprünglich hatte die Stadt große Hoffnungen in das Projekt gesetzt. Eine der geplanten Anlagen sollte nach Wien geholt und mit der städtischen Energieinfrastruktur verbunden werden. Besonderes Augenmerk lag auf der Abwärme des Rechenzentrums: Diese hätte in das Wiener Fernwärmenetz eingespeist und für die Wärmeversorgung von Haushalten genutzt werden sollen.

Kritik von Novak

Doch die Rahmenbedingungen haben sich gegenüber den ursprünglichen Ankündigungen der EU deutlich verändert. Bereits im Mai hatte Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) kritisiert, dass sich das Vorhaben von einer klassischen Standortförderung in Richtung einer gemeinsamen europäischen Beschaffung entwickle. 

Wien gibt nicht auf

Mit der am Donnerstag veröffentlichten Ausschreibung ist klar, dass die ursprüngliche Wiener Bewerbung in dieser Form nicht umgesetzt wird. Die Stadt will das Thema Rechenzentren dennoch nicht aufgeben.

„Der gestern veröffentlichte Fördercall der Europäischen Kommission zu den AI-Gigafactories zeigt eine Veränderung zum ursprünglich vorgestellten Modell“, heißt es aus dem Büro von Wirtschaftsstadträtin Novak gegenüber dem KURIER. Man werde die Ausschreibung nun prüfen und die Gespräche innerhalb der Stadt sowie mit privaten Partnern und dem Bund intensivieren.

Klar sei jedenfalls, dass Wien weiterhin die zentrale Infrastruktur für die Ansiedlung eines Rechenzentrums bereitstelle – von der notwendigen Energiekapazität bis zur nachhaltigen Nutzung der dabei entstehenden Abwärme. Ob und in welcher Form ein kleineres oder privat finanziertes KI-Rechenzentrum verwirklicht wird, ist derzeit noch offen.

Kommentare