Thomas Unden will keine "Asylanten" behandeln.

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Wien
01/15/2016

Keine Flüchtlinge behandelt: WGKK entzieht Wiener Arzt Kassenvertrag

Mediziner wollte keine "Asylanten" in Ordination. Ärztekammer prüft ebenfalls.

Ein Wiener Arzt hat kürzlich für Empörung gesorgt, nachdem er via Infoblatt an seiner Ordinationstür und auf Facebook wissen ließ, keine "Asylanten" zu behandeln. "Dazu stehe ich", hatte Thomas Unden zuvor gegenüber dem KURIER bekräftigt. "Das ist meine Grundhaltung." Dass er damit Empörung auslöst, störte ihn nicht. Das hat nun Konsequenzen: Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) wird dem Allgemeinmediziner einer Aussendung zufolge den Kassenvertrag entziehen.

Die Kasse hatte den in Floridsdorf ansässigen Arzt zuvor aufgefordert, seine Haltung zu ändern - wozu dieser jedoch nicht bereit war. "Daher wird es seitens der WGKK zur Vertragskündigung kommen", wird eine Sprecherin zitiert.

Auch strafrechtlich könnte einiges auf ihn zukommen: Der ehemalige Grün-Politiker Karl Öllinger kündigte eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft an – wegen NS-Wiederbetätigung.

Auch Ärztekammer prüft

Gleichzeitig prüft der Disziplinaranwalt der Ärztekammer u.a., ob eine Verletzung der Versorgungspflicht vorliegt. Im Fall eines etwaigen Verfahrens können die Konsequenzen von einem schriftlichen Verweis bis hin zur Streichung von der Ärzteliste reichen.

Darüber hinaus möchte Unden nun Bundespräsident werden - auf Facebook rief er am Freitag dazu auf, ihn bei seiner Kandidatur zu unterstützen.