Innere Stadt: „Mir geht es weniger um Macht“

Markus Figl übernahm sein Amt 2016 von Ursula Stenzel.
40,5 Prozent erreichte Markus Figl (ÖVP) – ein deutliches Plus. Wie es in der City weitergeht.

KURIER: Nach dem missglückten Projekt Verkehrsberuhigung kam Ihr Plus von 14,8 Prozentpunkten relativ überraschend. Für Sie auch?

Markus Figl: Es ist eine freudige Überraschung. Aber auch die Bestätigung des Weges. Die Wählerinnen und Wähler haben das letzte Wort. Offensichtlich war es der richtige Weg.

Welchen politischen Auftrag leiten Sie daraus jetzt ab? Sie haben ein Projekt präsentiert, das der Bürgermeister gekippt hat.

Wir haben eine Beschlusslage im Bezirksparlament und die ist nach wie vor für mich gültig. Es gibt einen Antrag, den die ÖVP gemeinsam mit Sozialdemokraten, Grünen und Neos abgestimmt hat: Wir wollen eine Machbarkeitsstudie haben, wie man die Verkehrsberuhigung in der Inneren Stadt umsetzen kann, auf elektronischem Weg. Wenn es dazu eine Abkürzung gibt, wie die Frau Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin gesagt hat, dann gerne. Aber das muss auch alles funktionieren. Mein Ziel ist die Verkehrsberuhigung. Mir ging es nicht darum, einen Wahlkampf-Gag zu machen, sondern darum dieses Ziel zu erreichen.

Auch die Grünen im Bezirk haben zugelegt. Was bedeutet das für die Zusammenarbeit?

Das Ergebnis bedeutet, dass die Zusammenarbeit im Bezirk sehr gut war. Die Fraktion, mit der man am wenigsten zusammenarbeiten konnte, hat auch am meisten verloren.

Sie sprechen von der FPÖ: Verspüren Sie Genugtuung gegenüber Ihrer Vorgängerin Ursula Stenzel?

Es gab mit mir einen neuen Stil, auch in der Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen. Es war eine spannende Frage, ob man eher einen konfrontativen Stil will oder einen Stil der Zusammenarbeit. Die Wählerinnen und Wähler haben eine sehr deutliche Antwort gegeben.

Wie geht es weiter mit der Verkehrsberuhigung?

Wir müssen jetzt einmal abwarten, wer der zuständige Stadtrat wird. Dann wird der Bezirk die Gespräche mit der Stadt aufnehmen. Für uns ist es klar: Wir wollen die Machbarkeitsstudie durchführen und die Umsetzung.

Wünschen Sie sich eine neue Verkehrsstadträtin?

Was ich mir wünsche, ist die Umsetzung dieses Projektes, wo wir uns als Bezirk einbringen möchten. Da ist nicht die Person die Frage.

Was erwarten Sie sich denn innerparteilich von Ihrer neuen Macht?

Mir geht es weniger um Macht innerparteilich. Worum es mir geht, ist, ein guter Bezirksvorsteher zu sein für die Innere Stadt. Dafür bin ich auch angetreten.

Würde es Sie nicht reizen, Stadtrat zu werden?

Ich bin angetreten als Bezirksvorsteher, was anderes habe ich nicht vor.

Wie soll die ÖVP jetzt weitertun? Koalition oder Opposition?

Es ist das gute Recht vom Wahlgewinner – das ist der Gernot Blümel – in diese Verhandlungen hineinzugehen und zu sagen, wie er das sieht.

Die ÖVP war im Wahlkampf mit dem Wahlvolk per Du. Sie kommunizieren auch auf Facebook per Sie. Per Du mit den Wählern zu sein, geht das in der Inneren Stadt nicht?

Ich persönlich finde es eine Form des Respekts, wenn man so mit Leuten umgeht. Aber vielleicht bin ich auch schon alt und ein bisschen mehr im „Sie“ drinnen. Das Wesentliche ist der respektvolle Umgang miteinander.

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