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Chronik Wien
02/11/2021

Heuriger im Schloss Schönbrunn: Droht ein Gastro-Krach?

Namhafte Winzer sind verärgert über die Pläne und fühlen sich übergangen. Fuhrgassl-Huber gilt in der Branche als Favorit

von Nina Oezelt, Christoph Schwarz, Bernhard Ichner

Vor gerade einmal einem Tag gelangte der Plan an die Öffentlichkeit – und schon droht Ärger: Schönbrunn-Chef Klaus Panholzer will auf dem Areal des Schlosses einen Heurigen eröffnen, wie er der Presse verriet. Das würde gut passen, meint er. Immerhin gebe es im Schloss auch einen Weingarten – angelegt unter Kaiserin Maria Theresia, wiederbelebt von den „WienWein“-Winzern.

So mancher der Winzer könnte Panholzer ob seines Vorhabens nun gram sein. Der Geschäftsführer hat die Pacht des Heurigen ausgeschrieben, auch den Zuschlag hat er schon erteilt – nur an wen, ist derzeit offiziell noch nicht bekannt. Aber: So mancher fühlt sich übergangen. Und damit beginnt der Ärger.

Empörte Winzer

Verärgert ist etwa Michael Edlmoser, einer der sechs „WienWein“-Winzer. „Wir Winzer betreiben den Weingarten im Orangeriegarten gemeinsam und es würde mich wundern, wenn so eine Entscheidung ohne uns fällt. Und auch, ohne uns zu informieren“, sagt er zum KURIER.

Empört ist auch ein anderes ehemaliges „WienWein“-Mitglied: Richard Zahel. Zahel stieg 2011 aus dem Winzer-Kollektiv aus – und reklamiert die Idee für den Heurigen in Schönbrunn für sich: „Die Idee gab es noch mit dem alten Schlossherren, Franz Sattlecker. Ich habe dort sogar die ersten Rebstöcke angelegt“, sagt Zahel.

Wer aber wird nun Pächter in Schönbrunn? Kolportiert werden mehrere Namen. Darunter Berndt Querfeld, der mit seiner Cafetier-Familie das Landtmann betreibt, aber auch Lokale in Schönbrunn – unter anderem das Café Residenz und die Jausenstation. Auch Mario Plachutta gilt als möglicher Betreiber. Die Rindfleisch-Dynastie ist untrennbar mit Hietzing verbunden, das Stammhaus steht unweit des Schlosses. Beide – Querfeld und Plachutta – dementieren.

Stillhaltefrist?

Heißer Tipp ist die Winzerfamilie Fuhrgassl-Huber: Sie betreibt mehrere Lokale in Wien, darunter die „10er Marie“ im 16. Bezirk. (Und Thomas Huber ist Teil der „WienWein“-Winzer.) Glaubt man gut informierten Gastro-Kreisen, könnte ihr auch bald der Heurige im Schloss gehören.

Was dran ist an dem Gerücht? Unklar. Thomas Huber streitet auf Nachfrage vehement ab. Die Familie sei „nicht interessiert“.

Es könnte jedoch sein, dass er sich an eine strenge „Stillhaltefrist“ halten muss, bis Schönbrunn den neuen Pächter ernennt.

Der neue Heurige inklusive Vinothek und Barbetrieb soll sich im sogenannten „Kontrollorstöckerl“ befinden. Das ist ein Vorbau zwischen der Orangerie und dem Haupteingang des Schlosses.

Aus dem Bundesdenkmalamt gibt es für den Bau des Heurigen einen positiven Bescheid: „Wir haben auf die Nutzung keinen Einfluss, sondern nur auf bauliche Maßnahmen und diese sind denkmalgerecht.“

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