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Chronik Wien
08/27/2020

Hauswand-Wahlkampf statt Häuser-Wahlkampf bei der SPÖ

Am Naschmarkt prangt neuerdings ein Brief an ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel - an Wahlkampf-erprobter Stelle.

von Andreas Puschautz

In Zeiten, in denen klassischer Häuser-Wahlkampf aufgrund der Corona-Pandemie eher nicht so gut ankommen würde, setzt die SPÖ nun scheinbar auf das dem Zunächstliegende: den Hauswand-Wahlkampf.

Am Naschmarkt prangt etwa eine überdimensionale Botschaft an ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel im Stil einer Schul-Strafaufgabe. "Ich darf Wien nicht ermahnen. Ich darf Wien nicht beleidigen. Ich darf Wien nicht kleinreden. Ich darf Wien nicht schlechtmachen", ist in türkiser Schön-Schreibschrift unter dem Titel "Weil Wien leiwand' is" zu lesen.

Auf wen sich das Sujet bezieht, ist dank der Farbgebung auch ohne Namensnennung nicht schwer zu erraten. Für letzte Zweifler bestätigte die SPÖ auf APA-Anfrage zusätzlich, es handle sich um einen Brief an Blümel.

Boss-Bezirk

Damit sorgt die Bürgermeister-Partei bereits an der zweiten prominenten Wiener Hauswand für Aufmerksamkeit. Über das Graffito des Favoritner Bezirksvorstehers Marcus Franz im Mundl-Stil und mit Tätowierungen am Columbusplatz wurde ja bereits ausführlich gesprochen (siehe Link unten).

Wem die Wand des neuen SPÖ-Sujets am Naschmarkt übrigens bekannt vorkommt, irrt sich nicht: An selber Stelle hatte sich die damalige Grünen-Chefin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou bereits im Wahlkampf 2015 künstlerisch an die Wand kleben lassen.

Und auch der Stil des heurigen SPÖ-Plakats ist in seiner augenzwinkernden Schul-Strafaufgaben-Referenz dem grünen Vorgänger sehr ähnlich. Nur der Adressat ist klarerweise ein anderer: "Ich soll den Häupl Michi nicht immer so ärgern" oder "Ich soll die Pappn halten, wenn der Michi spricht", war im vergangenen Wahlkampf neben einer mit Klebeband an der Wand fixierten Vassilakou zu lesen.

 

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