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Chronik | Wien
07/31/2013

Grün verblasst: Test-Radwege schon nach kurzer Zeit grau

Die grünen Radwege von Vizebürgermeisterin Vassilakou sollten Wien sicherer machen. Die Farbe ist bereits nach zwei Monaten verblasst.

Mitte Mai strahlten die Teststrecken vor dem Westbahnhof noch in sattem Grün. Ende Juli ist davon nicht mehr viel übrig. Vor allem bei wenig Licht ist der Radweg vom nebenliegenden Asphalt kaum noch zu unterscheiden. Auch auf der zweiten Teststrecke nahe des Volksgartens schaut es nicht viel besser aus.

Bis Ende Juni hätten erste Ergebnisse des Pilotversuchs vorliegen sollen. Doch im Juli wurde verkündet, dass die Evaluierung auf unbestimmte Zeit verlängert werde. Seitdem ist es um das Prestigeprojekt von Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou ruhig geworden.

Kritik

Dass der Plan der grünen Vizebürgermeisterin, so die Verkehrssicherheit zu erhöhen, nicht aufgegangen ist, glauben Wiens Radfahrer aber bereits zu wissen: „Ich fahre jeden Tag am Westbahnhof vorbei. Die Farbe war schon nach einer Woche nicht mehr zu sehen. Und an der Verkehrssituation hat es auch nichts verändert“, schildert Radfahrer Florian Wiesinger an der Teststrecke.
„Der Test zeigt, dass das derzeit verwendete Grün nicht ausreicht“, sagt auch Alexander Hager, Sprecher der Radlobby Wien. Eine bestimmte Farbe bevorzugt der passionierte Radler nicht: „Das wichtigste für uns ist, dass neuralgische Stellen gut gekennzeichnet sind. Es gibt auch mit sehr hellem Grün gute Ergebnisse.“ Andere stören sich an der eingesetzten Farbe. „An Stellen, die rot sind, ist man viel aufmerksamer, weil Rot einfach eine Signalfarbe ist“, sagt Radlerin Jacky Schuster.

Geht es nach der grauen Eminenz der Wiener Radfahrszene, liegt die Lösung in Blau. „Alle skandinavischen Länder verwenden Hellblau, weil das im Dunkeln gut sichtbar ist“, sagt Hans Doppel. Alle Radwege Wiens einzufärben, sei zudem laut Doppler ein „Irrsinn“. Das Geld wäre woanders besser eingesetzt.

Evaluierung

Im Büro der Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou bittet man um Geduld. Erst wolle man die Evaluierung abwarten, sagt Vassilakous Sprecher Andreas Baur. Einen Misserfolg sieht er nicht: „Jede Straßenmarkierung, die benutzt wird, nützt sich ab. Das ist völlig normal.“

Wann die Evaluierung abgeschlossen ist, konnte Baur nicht sagen. Am Konzept werde festgehalten. „Bodenmarkierungen sind ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr, das zeigen viele Beispiele in Städten weltweit.“ Was die Umfärbung der Radwege bisher gekostet hat, darüber gibt das Vassilakou-Büro keine Auskunft.

Der grüne Radweg polarisiert

THEMENBILD: GRÜNE FARBE FÜR WIENS RADWEGE

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A cyclist pedals along the Kinzie Protected Bike L

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