© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Wien
08/27/2020

Grün-rotes Gerangel um den Parkplatz beim Wiener Naschmarkt

Die Grünen wollen die Fläche in einen Park umbauen. Damit kommen sie dem roten Bezirksvorsteher Markus Rumelhart zuvor.

von Stefanie Rachbauer

Jetzt ist es schon wieder passiert. Die Grünen und die SPÖ in Mariahilf haben erneut denselben Fleck auserkoren, den sie dringend umgestalten wollen: Nach der Gumpendorfer Straße (die verkehrsberuhigt werden soll) ist es nun der Parkplatz beim Naschmarkt.

Wieder versuchen sich die beiden Parteien mit hochtrabenden Konzepten zu übertrumpfen. Wieder geht es darum, wer als erster Pläne vorlegt. Der Ton dabei wird rauer. Immerhin rückt die Bezirksvertretungswahl heran.

Das Rennen wird knapp. Kann sich der rote Bezirksvorsteher Markus Rumelhart halten? Oder übernimmt sein grüner Stellvertreter Michi Reichelt?

Die Grünen wollen die Wähler (wie bei der Wahl 2015) jedenfalls mit einem 10.000 Quadratmeter großen Park zwischen dem Otto-Wagner-Stationsgebäude bei der Kettenbrückengasse und dem Margeritensteg beim Café Rüdigerhof von sich überzeugen.

Die derzeit asphaltierte Fläche soll in der nächsten Legislaturperiode mit Rankgerüsten, Beeten und Bäumen begrünt werden.

Letztere müssten in eigens aufgeschüttete Erdhügel gepflanzt werden: In die Tiefe kann nicht gegraben werden, weil dort der Wienfluss fließt.

Weniger Stellplätze

Weiters vorgesehen: Wasserbecken und ein Fahrrad-Spielplatz.

Der samstägliche Flohmarkt soll künftig in dem Park stattfinden. „Der Parkplatz ist eine Hitzeinsel. Schattige Plätze wären ein Gewinn für Händler und Besucher“, sagt Grün-Politiker Reichelt.

Er schätzt, dass derzeit 200 bis 300 Autos auf der Fläche parken können. Ein Teil davon soll auch weiterhin Platz haben. Wie viele (und auch, was der Umbau kosten würde), das sei im Zuge der Detailplanungen zu eruieren.

Der öffentliche Raum sei zu wertvoll, um dort Autos zu parken, sagt Reichelt – nicht ohne einen Seitenhieb auf den roten Bezirkschef Rumelhart anzubringen: „Bisher ist hier nichts passiert, weil der politische Wille enden wollend ist, wenn es um Stellplätze geht.“

„Machbare“ Pläne

Rumelhart wiederum will bald seine eigene Pläne für den Parkplatz vorlegen – und zwar solche, die „machbar und finanzierbar sind“, wie sein Sprecher betont. Auch da versteckt sich ein Seitenhieb: „Die Grünen berücksichtigen die Umstände nicht – etwa die Statik“. Der Bezirksvorsteher dagegen sei mit Experten in Kontakt.

Denn zumindest in einem Punkt ist sich Rumelhart mit Reichelt einig: Der Parkplatz sei eine Hitzeinsel und die jetzige Nutzung sei definitiv nicht mehr zeitgemäß.

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