Zwei vermisste Mädchen: Sabina S. hatte sich gemeinsam mit ...

© APA/EPA/INTERPOL / HANDOUT

Chronik Wien
12/17/2014

Gerücht um "Dschihad-Mädchen"

Innenministerium bestätigt Todesmeldung nicht.

Dem UN-Antiterror-Experten David Scharia zufolge ist eines jener beiden Schulmädchen, die sich in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben sollen, ums Leben gekommen. Das andere Mädchen soll verschwunden sein. Das sagte Scharia dem israelischen Internetportal ynet. Das Innenministerium bestätigt die Meldung nicht.

Die Geschichte von Samra K. und Sabina S. schlug hohe Wellen. Internationale Medien schnappten bisher unreflektiert jedes Gerücht über die Verschwundenen auf – oft ohne eigene Recherche. Woher Scharia, der Mitglied des Anti-Terror-Komitees des UN-Sicherheitsrates ist, seine Informationen hat, geht im Interview nicht hervor. Bisherige Meldungen Scharias hielten einer Prüfung durch heimische Behörden nicht stand. Ein mit dem Fall betrauter Verfassungsschützer hält „jede Meldung für die beiden Mädchen für gefährlich“. Denn da sie hohe Prominenz in westlichen Medien erlangt haben, stehen sie womöglich unter der Beobachtung der Terrormiliz Islamischer Staat.

Die Namen der Wienerinnen fallen derzeit häufig im Zusammenhang mit Ebu Tejma. Der Salafisten-Prediger, der in Wien festgenommen wurde, sitzt derzeit in U-Haft. Er hatte im Vorfeld zwei Zeitungen, die ihm die Rekrutierung der Mädchen vorgeworfen haben, geklagt – und (nicht rechtskräftig) Recht bekommen. Jetzt wirft ihm die Staatsanwaltschaft Graz Rekrutierung und Terrorfinanzierung vor. Beides streitet der 33-Jährige ab.

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