Gesucht: Sabina S., 15

© Interpol

Sabina S.
10/26/2014

Wiener Schülerin in Syrien meldete sich zu Wort

Sabina S. soll einem französischen Magazin ein Interview per SMS gegeben haben.

Eines der beiden Wiener Mädchen, die sich in Syrien den Dschihadisten angeschlossen haben sollen, hat sich in einem Interview mit dem französischen Magazin Paris Match zu Wort gemeldet und dementiert, dass es nach Österreich zurückkehren wolle. Das Interview mit der 15-jährigen Sabina S. soll via SMS geführt worden sein, laut Paris Match wurde es "unter Aufsicht ihres Ehemannes" verwirklicht. Was das bedeutet und ob das Interview tatsächlich mit Sabina S. geführt wurde, scheint unklar. Die Antworten fallen jedenfalls sehr knapp aus, das Interview dreht sich um Alltagsfragen.

In dem SMS-Gespräch berichtet das Mädchen laut dem Magazin, wie es mit seiner Freundin - der 17-jährigen Samra K. über die Grenze nach Syrien gelangt sei. Die beiden Wienerinnen waren im April verschwunden. Nach Angaben der Eltern, bosnischen Flüchtlingen, die in den 1990er-Jahren nach Österreich kamen, kündigten sie an, in Syrien für den Islam kämpfen zu wollen. Über Interpol werden die beiden als "vermisst" gesucht.

Paris Match veröffentlichte auf seiner Homepage Auszüge aus dem Interview:

Es wurde geschrieben, dass Sie schwanger sind. Stimmt das?

Sabina S.: Nein, das ist falsch.

Als Sie Wien verlassen haben, um nach Syrien aufzubrechen, was haben Sie da mitgenommen?

Etwas Kleidung.

Wie sind Sie nach Syrien gelangt?

Zu Fuß, über die türkische Grenze.

Wohnen Sie in Syrien in einem Haus oder einer Wohnung?

In einer Wohnung. Die ersten beiden Monate habe ich zusammen mit meiner Freundin Samra und unseren beiden Ehemännern in einem Haus gewohnt. Danach haben wir Wohnungen gefunden. Unsere hat drei Zimmer.

Was tun Sie als erstes, wenn Sie morgens aufstehen?

Ich esse etwas. Mein Frühstück ähnelt dem, was ich früher in Österreich gegessen habe, aber meistens ist es halal. Hier habe ich viele neue Nahrungsmittel kennengelernt, aber ich kenne die genauen Namen nicht. Aber wir finden auch Produkte wie Ketchup, Nutella und Cornflakes.

Hat Ihr Ehemann ein Einkommen?

Ja, er ist Soldat.

Was ist der größte Unterschied zwischen Ihrem Leben in Österreich und jenem in Syrien?

Hier bin ich frei. Ich kann meine Religion frei ausleben. In Wien konnte ich das nicht.

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