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Chronik Wien
12/13/2019

Geändertes Testament soll Motiv für Mord gewesen sein

Am Dienstag steht ein 41-jähriger Mann aus Ungarn vor Gericht. Er soll in Wien einen 89-jährigen Landsmann getötet haben.

von Michaela Reibenwein

Prozess. Der 89-jährige, ehemalige Übersetzer war wohlhabend. Und er hatte sich Gedanken gemacht, wen er in seinem Testament erwähnen will. Unter anderem einen ungarischen Landsmann, 41 Jahre alt. 20 Prozent des Nachlasses sollten an ihn gehen. Doch das soll dem Mann laut Staatsanwaltschaft Wien nicht genug gewesen sein. Der 41-Jährige steht am kommenden Dienstag wegen Mordes vor Gericht.

Stumpfe Gewalt

Julius U. starb Mitte Mai in seiner Wohnung in Wien-Fünfhaus. Der Gerichtsmediziner stellte mehrfache stumpfe Gewalteinwirkung gegen seinen Hals, das Gesicht, den Oberkörper und die Oberschenkel fest.

Im Frühjahr soll das Opfer beschlossen haben, seine Haushälterin im Testament zu berücksichtigen. Für den Verdächtigen bedeutete das zwar keine Verschlechterung. Aber er wollte laut Anklageschrift mehr. Nämlich die Eigentumswohnung.

Am 13. Mai soll der Angeklagte dann in die Wohnung des Opfers gefahren sein. Es sei erneut zu einer hitzigen Diskussion gekommen. Dann soll der 41-Jährige auf den betagten Mann eingeschlagen haben. Er starb schließlich an einem Herz-Kreislaufversagen.

Die Haushälterin fand den Toten am nächsten Tag. Der Mann lag leblos im Bett. Auf seinem Pyjama fand sich die DNA des Verdächtigen.

Der leugnet die Tat. „Mein Mandant wird sich nicht schuldig bekennen. Er hat das Opfer nicht getötet“, sagt sein Anwalt Erich Gemeiner.