© Andreas Puschautz

Chronik Wien
07/18/2020

"Garage Grande" in Ottakring: Bienen und Bier im Parkhaus

Eine aufgelassene Garage steht drei Jahre lang den Anrainern zur Verfügung - zum Garteln, Werkeln und kreativen Austoben.

von Andreas Puschautz

Zugegeben, noch ist es vor allem grau in der Deinhardsteingasse im 16. Bezirk. Das wird sich jedoch Schritt für Schritt ändern. Seit Anfang Juli bespielt die Gebietsbetreuung hier die „Garage Grande“ – ein aufgelassenes Parkhaus – und legt den Fokus auf eine etwas fröhlichere Farbe: Grün.

Auf 2.500 Quadratmetern soll hier „ein Rückzugsort für die Nachbarschaft entstehen“, erzählt Irene Grabherr von der Gebietsbetreuung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf allem, was mit Garteln und Natur zu tun hat. An der Fassade wachsen Wilder Wein, Kletterkiwi und Hopfen, den die benachbarte Braumanufaktur Schalken auch zu einem „Deinhardsteiner Bier“ verarbeiten will.

Vor der Garage laden Baumscheiben zum Begrünen ein, drinnen stehen Pflanzentröge zur Verfügung. Und im obersten Stock sind bereits 30.000 Bienen eingezogen. Kommendes Jahr, wenn die zwei Völker volle Stärke erreicht haben, werden es über 100.000 sein. Neben Garagenbier wird es also auch Garagenhonig geben.

Die „Garage Grande“ bietet aber auch Platz für Kreatives. Projektideen eines TU-Seminars für klimaneutrale Stadtgestaltung hängen hier neben Kunstwerken einer iranischen Asylwerberin.

Und schließlich setzt das Team auf „Do-it-yourself“. Workshops zum Bau von Hochbeeten oder Insektenhotels sind ebenso geplant wie eine Fahrradwerkstatt.

Ein Platz für alle

Erlaubt ist, was gefällt – solange es nicht kommerziell und nicht zu laut ist. „Es sollen möglichst viele Menschen profitieren“, sagt Grabherr. Ideen der Anrainer sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Das Interesse sei bereits hoch, das Projekt werde durchwegs gut angenommen, erzählt die studierte Geografin. „Die Leute wollen sich engagieren, da ändert sich das Bewusstsein.“

Dennoch sei es vor allem in der Anfangsphase „wichtig, dass man präsent und ansprechbar ist“; etwa in der Grätzeloase vor dem Gebäude.

Das Team ist aber auch schon von Tür zu Tür gegangen, um das Projekt vorzustellen und nach Ideen für die Nutzung zu fragen. Mit Erfolg: Wenige Tage später standen manche solcherart Angesprochene da, um sich selbst ein Bild zu machen.

Aufgelassen musste die Garage übrigens werden, weil sie für SUV & Co. zu eng wurde. Bis 2022 steht sie dem Grätzel zur Verfügung, dann entsteht hier ein moderner Wohnbau. Mit begrünter Fassade.

Damit das Grau nicht wieder die Vorherrschaft über die Gasse übernimmt.

 

Nähere Informationen zur Garage Grande" gibt es auf der Website der Gebietsbetreuung.

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