Fein geschnitten: Hier gibt es den besten Käse in Wien

Fein geschnitten: Hier gibt es den besten Käse in Wien
Ob Alpenkäse aus Österreich, Parmigiano aus Italien oder Camembert aus Frankreich. Diese Geschäfte lassen beim Käse keinen Ärger aufkommen.

Seit der Aufregung um Käseverkäufer Roland Ludomirska, der in seinen sechs Crazy Cheese-Filialen den Kunden zu viel Käse aufnötigen soll, ist das Milchprodukt zumindest sprachlich in aller Munde. Wer nun Gusto bekommen hat, kann in Wien auf ein paar sehr exzellente Käsefachgeschäfte zurückgreifen. Ob monatelang gereift oder lieber als Frischkäse - in Wien wird jeder fündig. Der KURIER hat eine Auswahl unter die Lupe genommen.

Der Schweizer

Seit 2013 betreibt Andrzej Koch seinen "Käsehumidor" in der Wollzeile in der Inneren Stadt. Er selbst nennt sich gerne der "Schweizer" und bringt die feinen Rohmlich-Sorten bereits seit 2006 nach Wien. Samstagmorgen findet man den Schweizer auch am Karmelitermarkt. Neben den Spezialitäten aus dem Nachbarland - vom Cru de Rougemont bis zum AOC Gruyère  - hat Koch übrigens auch Schafs-, Ziegen- und Kuhmilchkäse aus Britannien im Sortiment. Die Käseproduzenten hat der Firmenchef übrigens alle persönlich ausgesucht. Achtung: Österreichische Käse führt Koch nicht - lediglich den Büffelmilchkäse vom Robert Paget aus dem Kamptal. Koch catert auch Käse-Fondue.

Infos: Wollzeile 15, 1010; Mo 13h bis 18h, Di-Fr 10h bis 18h, Sa 10h bis 16h; Karmelitermarkt: Sa 8h bis 12.30h

    Jumi

    Ebenfalls Schweizer Käse gibt es bei Jumi im 8. Bezirk. Hier wird unter Chef Clemens Castan aber auf Ausgefallenes gesetzt. Die Sorten heißen Blaues Hirni (Frischkäse mit gerunzelter Blauschimmel-Oberfläche) oder Hanfmutschli (ein Rohmilchkäse mit gerösteten Hanfsamen und Hanföl) und werden großteils in den Käsereien von Mike Glausers Familie hergestellt. Mike ist einer der Jumi-Firmengründer. Das Label wurde 2005 gemeinsam mit Jürg Wyss ins Leben gerufen, die Käse waren rasch auch in der Londoner Markt- und Gastroszene begehrt. 2015 eröffneten sie das Geschäft in der Josefstadt. In den Bezirken 1 bis 9 und 16 bis 19 liefert Jumi. Wer Raclette liebt, kann sich hier ebenfalls eindecken. Samstags ist Jumi auch am Brunnenmarkt zu finden.

    Infos: Lange Gasse 28, 1080; Mi-Fr 10h bis 18.30h, Sa 9h bis 15h; Brunnenmarkt: Sa 7h bis 13h

    Käseschatztruhe

    Wer österreichischen Käse sucht, sollte einen Blick in die Käseschatztruhe in der Kettenbrückengasse auf der Wieden werfen. Hier werden Sorten von kleinen heimischen Käserein, Demeter-Betrieben oder Käsekünstlern verkauft - etwa vom Ziegenhof Ziegenliebe im Burgenland oder vom Milchmäderl aus Niederösterreich. Allerdings gibt es mit dem Bleu de Termignon aus der Region Rhóne-Alpes in Frankreich und dem Banza de Burduf aus dem Raum Siebenbürgen in Rumänien auch zwei echte Raritäten im Sortiment. Die Betriebe wurden von Chefin und Käsesommeliére Daniela Pavel übrigens persönlich unter die Lupe genommen, was die Region und das Herstellungsverfahren betrifft. Kein Käse, aber trotzdem fein: In der Schatzkiste gibt es auch Rohmilch, Bauernbutter, Ziegenbutter, Butterschmalz, Bio Schafrohmilchtopfen sowie Joghurt Eier und Gewürze. Ausgefallen: Die Käsetorte.

    Infos: Kettenbrückengasse 10/6, 1040; Mi-Fr 10h bis 18h, Sa 9h bis 14.30h

    Edelschimmel

    In der Käsebar und Greißlerei Edelschimmel in der Servitengasse in Alsergrund dreht sich alles um das köstliche Milchprodukt. Claudia und Wolfgang Zankl-Sertl haben die Bar 2017 eröffnet. Wer die Namen kennt, richtig: Zankl-Sertl führt auch das unweit gelegene Pramerl & The Wolf. Die Auswahl im Edelschimmel ist gigantisch. An die 80 verschiedene Käsesorten können gekauft und verkostet werden. Die Käseplatten tragen klingende Namen wie "Stinkad und rot" oder "Verrücktes Hartes". Die Produkte selbst stammen von kleinen Erzeugern aus Österreich, Frankreich, der Schweiz, Italien und England.


    Infos: Servitengasse 5/7, 1090; Greisslerei: Di, Mi 12h bis 20h, Do, Fr 10h bis 20h, Sa 10h bis 18h; Barbetrieb nur bei Schönwetter Di-Sa bis 22h

    Lingenhel

    Der Klassiker unter Genießern ist das Lingenhel in der Landstraßer Hauptstraße im 3. Bezirk.  In seiner Stadtkäserei stellt Johannes Lingenhel seit Jahren Top-Käse aus frischer Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch her. Daneben führt der umtriebige Gastronom auch ein Restaurant sowie einen Spezialitätenladen. Der Käse-Favorit? Eindeutig der Büffelmozzarella. 394 Liter Büffelmilch pro Woche  werden in der Stadtkäserei verarbeitet. Im Schnitt reift ein Käse von Lingenhel 159 Tage. Wer nun Käse, äh Blut, geleckt hat: Der gelernte Koch bietet auch Kurse für das Käsen an. Experte in der Stadtkäserei ist übrigens der Kamptaler Büffel-Farmer Robert Paget, Lingenhel selbst bezeichnet sich als sein Lehrling.


    Infos: Landstrasser Hauptstraße 74, 1030; Mo-Fr 9h bis 17h, Sa 8h bis 15h; Anmeldung für Käsekurse: office@lingenhel.com

    Poehl am Naschmarkt

    Mit seinem kleinen Feinkostgeschäft verwöhnt Cristian Pöhl am Naschmarkt in Mariahilf seine Kunden. Worauf er besonders stolz ist? Aktuell auf einen Deauville, eine französische Käsedelikatesse, die in der Normandie hergestellt wird, und die er nun in Wien anbietet. Gerne kombiniert mit einem fruchtigen Rotwein. Bei ihn findet man vor allem französische Käse-Spezialitäten aus Ziegen und Kuhmilch, aber auch Produkte aus heimischer Herstellung, Italien und Spanien. Generell bietet Pöhl hochwertige Alm- und Alpkäse. Was noch besonders ist: Der Pöhl liefert seine guten Käse auch nach Hause.

    Infos: Naschmarkt, Stand 167, 1060; Mo-Fr 9h bis 19h, Sa 8h bis 18h
     

    Anton macht Kes

    Sutterlüty - mit diesem Namen ist man eigentlich schon prädistiniert für die Käseherstellung. Und genau das macht Anton Sutterlüty auch. Und zwar Gepsenkäse (Gepsen sind niedrige, dafür sehr weite Holzgefäße) auf der Alpe Untere Falz in Egg/Bregenzerwald. Der Alpkäse selbst reift dann in der Wiener Innenstadt - mitunter bis zu fünf Jahre lang.

    Wer sich für die Details der Käseherstellung interessiert, sollte einen Blick auf Antons Homepage werfen. Sutterlüty war übrigens nicht immer Käsemacher. Er war eigentlich in der Kulturvermittlung tätig. Nach einem Gewinn bei der ORF-Millionenshow 2001 konnte er sich seiner Leidenschaft, dem Käsen widmen. Mit Erfolg. Anton verkauft seine Spezialitäten an Feinkostläden (auch in Deutschland), Restaurants aber auch bei seinen eigenen Ständen am Karmelitermarkt oder dem Kutschkermarkt.

    Infos: Stand am Karmelitermarkt, 1020; Sa 7.30h bis 13h; Stand am Kutschkermarkt: Kutschkergasse, 1180; Sa 7.30h bis 13h

    Crupi

    Der Liebe wegen ist der Sizilianer Nino Crupi nach Wien gekommen. Heute bietet er in seinem Laden in der Margaretenstraße in Wieden Spezialitäten aus seiner Heimat an. Doch nicht nur seine sizilianischen Orangen aus familieneigener Landwirtschaft sind der Renner, auch das Käsesortiment kann sich sehen lassen. So kommen Pecorino-Fans auf ihre Kosten. Der gereifte oder frische Käse ist mit Pistazien, Rucola oder Chili verfeinert. Es gibt Provolone, natürlich Parmigiano reggiano sowie Ricotta. Wer schon dort ist, kann zu Antipasti, Proscuitoo oder Süßem greifen.

    Infos: Margaretenstraße 3, 1040; Mo 14.30h bis 19h, Mi Ruhetag, Di, Do, Fr 10h bis 19h, Sa 10h bis 13h. Achtung: Urlaub bis 31. August

    Pöhl & Mayr

    2019 ist Kutschkermarkt-Legende Irene Pöhl in Pension gegangen, doch ihr legendäres Delikatessgeschäft - seit über 40 Jahren Anlaufstelle für Genießer - besteht nun unter dem Namen Pöhl & Mayr weiter. Ines und Florian Mayr haben die zwei Standeln, die auch Gastro anbieten, übernommen und bieten weiterhin exzellenten Käse (sowie andere Delikatessen) feil. Schon früh hat sich Pöhl auf kleine, heimische Produzenten spezialisiert, das haben die Nachfolger beibehalten. Der Bestseller: Der Chällerhocker. Ein erfrischend würziger Schweizer Käse mit feinem Citrusfüchte-Aroma im Abgang.

    Infos: Kutschkergasse 31, 1180, Di-Fr 8h bis 19h, Sa 8h bis 15h, Mo, So und Feiertags geschlossen

     

    Kaas am Markt

    Man könnte meinen, der Genussladen Kaas am Markt am Karmelitermarkt heißt so, weil dort Käse verkauft wird. Stimmt so nicht. Die Mischung aus Feinkostladen und Lokal ist nach der Chefin Isabel Mantl-Kaas benannt. Käse gibt es aber natürlich trotzdem. Nomen est omen sozusagen. Die Spezialitäten kommen vorwiegend von heimischen Produzenten oder aus der Schweiz. Der Käse wird auch gerne in den Wochenmenüs aufgetischt.

    Infos: Karmelitermarkt 33-36,1020; Mo 8h bis 15h, Di-Fr 8h bis 18h, Sa 8h bis 14h, So und Feiertgs geschlossen

     

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