© Anne Marie Bauer

Chronik | Wien
07/01/2019

Erster Pickerl-Tag in Döbling: Gedränge am Amt und Leere im Cottage

Seit 1. Juli gilt das Parkpickerl. 15.366 Personen haben es bereits. 250 Bürger stellten sich am Vormittag im Bezirksamt an.

Der Unterschied ist eklatant: Vergangene Woche war der Döblinger Teil des Cottage Viertel noch komplett verparkt; darunter Dutzende Autos mit niederösterreichischem, burgenländischem oder auch ausländischem Kennzeichen.

Am Montag präsentieren sich den Vorbeifahrenden teilweise komplett leere Straßenzüge.

Ein wenig wird das zwar auch mit dem Ferienbeginn zusammenhängen, aber dazu kommt vor allem: Mit Juli hat auch der 19. Bezirk eine gebührenpflichtige Parkplatzbewirtschaftung.

Thomas Feiger ist begeistert. "Lange haben wir dafür gekämpft, endlich ist es soweit", sagt der Präsident des Cottage Viertels.

Seit der Nachbarbezirk Währing 2016 nämlich das Parkpickerl einführte, ist die Parkplatzsuche in diesem Döblinger Bezirksteil zum Mühsal geworden.

Großer Andrang

Während es Montagvormittag im Cottage Viertel ruhig ist, geht es zur gleichen Zeit im Magistratischen Bezirksamt Döbling hektisch zu.

Alleine zwischen 8 und 12 Uhr haben sich 250 Personen im Amt eingefunden, um sich ein Parkpickerl zu besorgen. Zwölf zusätzliche Mitarbeiter hat Bezirksamtsleiter Gregor Nedbal dafür im Einsatz.

Mit 20.000 Anträgen rechnete Nedbal, 15.366 Anträge waren es mit Montag, 12 Uhr.

Einer der Antragsteller ist Stefan Peter. Er ist erst tags zuvor aus Moskau zurückgekommen und kommt deshalb erst heute ins Bezirksamt. Die lange Warteschlange schockt ihn nur deshalb nicht so sehr, weil er ohnehin auch für seine Tochter den Pass besorgen muss und er die Wartezeit dafür nützen kann.

Richtig verstehen kann Stefan Peter die Einführung des Parkpickerls aber nicht - hatte sich doch bei der Bürgerbefragung 2016 eine Mehrheit gegen das Parkpickerl ausgesprochen.

Antrag von SPÖ und Grünen

Danach hatte sich der damalige Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) noch für eine Lösung von 14 bis 19 Uhr ausgesprochen.

Doch schlussendlich fand ein Antrag von SPÖ und Grünen eine Mehrheit: Im September 2018 wurde die fast flächendeckende Einführung des Parkpickerls verkündet.

Ausnahmen

Am Saarpark, wo der Döblinger Stefan Peter wohnt, sei die Situation zwar auch nicht dramatisch gewesen. Ausgenommen sind aber nur der Bereich um das Krapfenwaldbad sowie der Bereich im Wienerwald.

Richtig erfreut über das Parkpickerl ist Barbara Hochleitner.

Die Wienerin lebt beim Gürtel. Dort sei die Parkplatzssituation in den vergangenen Jahren "richtig schlimm" gewesen.

Die Kosten für ein Pickerl (120 Euro für ein Jahr) nimmt sie also gerne in Kauf, auch die einstündige Wartezeit beim Anstellen fand sie nicht schlimm. "Ich hoffe nur, dass die Situation heute nicht nur wegen dem Ferienbeginn so gut war", sagt sie.

Auch im Bereich der Zuckerkandlgasse war die Änderung gravierend. Eine Bewohnerin nannte es "ein neues Lebensgefühl".

Überfüllt waren am Montag dafür einige Parkplätze. Personen, die beispielsweise für die Arbeit nach Döbling kommen und nun nicht mehr auf der Straße parken können, hatten teilweise Mühe, einen Platz zu finden.

Info

Das Parkpickerl kann online hier besorgt werden.

Oder persönlich im Magistratischen Bezirksamt Döbling in der Gatterburggasse 14, 1190 Wien. Die Öffnungszeiten sind derzeit verlängert. Beginn ist immer 8 Uhr. Dienstag, Mittwoch und Freitag ist dann bis 15.30 Uhr geöffnet, am Donnerstag sogar bis 17.30 Uhr.