Chronik | Wien
28.07.2017

Erneut Kritik an Gangbetten in Wiens Spitälern

KAV betont, dass Gangbetten "leider nicht immer vermeidbar" seien. ÖVP und NEOS orten "Schande" und "Planungschaos".

Gangbetten in Wiens Spitälern sorgen einmal mehr für Kritik. Die Volksanwaltschaft hat am Freitag angekündigt, die Angelegenheit erneut per Prüfverfahren unter die Lupe zu nehmen. Empörung an der aktuellen Situation zeigte auch die Rathaus-Opposition. Im Krankenanstaltenverbund (KAV) betonte man, dass Gangbetten "leider nicht immer vermeidbar" seien.

"Ich habe absolut kein Verständnis für weitere Ausreden", ärgerte sich Volksanwalt Günther Kräuter in einer Aussendung: "Gangbetten in Spitälern sind ein eklatanter Missstand, der vollständig und nachhaltig behoben werden muss." Die Kronen Zeitung hatte zuvor über Notbetten im Donauspital berichtet, unterfüttert mit privaten Fotos eines Lesers.

"Wir nehmen Notbetten nicht leichtfertig in Kauf"

Der städtische Spitalsbetreiber KAV konterte, dass derlei Fälle durch Akutrettungsanfahrten und akute Aufnahmen nicht immer vermeidbar seien. Die Mitarbeiter in den Krankenhäusern setzten aber alles daran, die Betroffenen möglichst rasch in Zimmer zu verlegen. "Wir nehmen Notbetten nicht leichtfertig in Kauf", versicherte Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Direktorin für Organisationsentwicklung und Personal im KAV, per Aussendung. Was das Donauspital betrifft, seien Donnerstagfrüh fünf Patienten am Gang gelegen. Diese seien aber bis Mittag in Zimmer verlegt worden, hieß es.

"Schande für Wien"

Die Opposition beeindruckt das wenig. Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel sowie die schwarze Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec sprachen von einer "Schande für Wien". Die Volkspartei will außerdem per schriftlicher Anfrage von Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) wissen, "warum das Problem der Gangbetten zehn Jahre nach der Reformankündigung noch immer vorherrsche und wie es möglich sei, dass diese auch offensichtlich in Zeiten existieren, in denen keine Grippewelle oder Ähnliches zu verzeichnen ist".

"Planungschaos auf Kosten der Patienten"

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger ortete ein "Planungschaos im KAV auf Kosten der Patienten". Sie verlangte von Frauenberger und KAV-Spitze "rasch einen Maßnahmenplan gegen das offen zu Tage tretende Missmanagement".