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Chronik Wien
11/25/2021

Ein Bezirkschef als Paketbote: "Neubau liefert grün"

Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) setzt sich für einen neuen, nachhaltigen Zustellservice ein.

von Nina Oezelt

Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) erschien am Mittwoch zu seinem eigenen Pressetermin mit einem elektrischen Lastenfahrrad. Er holte ein Paket ab.

Sinn der Aktion vor dem Kaffeehaus KaffeMik in der Zollergasse: Der Bezirkschef will auf den nachhaltigen Zustellservice "Neubau liefert grün" aufmerksam manchen.

Erst vor Kurzem hat man die Initiative ins Leben gerufen. (Der KURIER hat berichtet - siehe hier.)

Seit Ende September wurden im 7. Bezirk bereits 300 Pakete "grün" zugestellt, erzählt Reiter. 250 Haushalte und 20 Unternehmen haben sich für den neuen Zustellservice angemeldet.

Aber wie funktioniert dieser? Realisiert wird der neue Zustellservice vom Logistikunternehmen "Green to Home" (GTH). Das Besondere: Es arbeitet nur mit E-Autos und bündelt Lieferungen, sodass nicht jedes Paket einzeln gebracht wird. Der Effekt: weniger  Fahrten, weniger Verkehr, weniger CO2-Ausstoß.

Lagerhalle am Westbahnhof geplant

In Zukunft sollen die Pakete auch mit E-Fahrräder ausgeliefert werden. Derzeit hat das Unternehmen rund 17 Fahrer. "Sie sind Studenten, kontaktfreudig und motiviert", sagt dazu der Chef des Unternehmens, Michael Punzet.

Derzeit befindet sich die zentrale Lagerhalle des Unternehmens noch in Perchtoldsdorf. Schon bald will man aber eine Zweigstelle am Westbahnhof eröffnen, heißt es.

Wo meldet man sich an?

Unter www.neubauliefertgrün.at. Geliefert wird von allen Online-Shops in alle Bezirke Wiens. Jede Anmeldung, die bis 31.12 einlangt, nimmt an der Verlosung eines E-Bikes teil.

Wie funktioniert es?

Bei jedem Kauf in einem Online-Shop gibt man eine CO-Adresse an. Diese erhält man von "Neubau liefert grün". Dort wählt man die Zeit aus, zu der man - einmal die Woche - die Pakete erhalten will. 

Während des Pressegesprächs fahren in nur einer halben Stunde gleich vier Zustellservice-Autos unterschiedlicher Anbieter - unter anderem der Post oder DHL - vorbei. "Genau das soll vermieden werden", meint dazu Bezirksvorsteher Reiter. Manchmal würden Lieferwägen nur ein einziges Päckchen ausliefern.

Dagegen will der Bezirkschef ankämpfen. Er sieht sich selbst als "Vorreiter" und seinen Bezirk als "Pionierbezirk".

Vor allem im Lockdown steigen die Bestellung im Online-Handel wieder an. "Daher ist genau jetzt eine Anmeldung bei der Initiative sinnvoll", meint Reiter.

Für Privatkunden gibt es ein Gratismodell, abgeholt werden können die Pakete dann ein Mal pro Woche. Für Sofortlieferungen kann man für einige Euro im Monat upgraden.

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