Chronik | Wien
04/17/2019

Doris Bures wird Michael Ludwigs Stellvertreterin

Zweite Nationalratspräsidentin soll beim Parteitag zur Vizechefin der Wiener Landespartei gewählt werden.

Sie gehört zum engsten Zirkel von Michael Ludwig und war eine wichtige Unterstützerin in seinem Kampf um die Nachfolge von Michael Häupl. Dafür wird Doris Bures jetzt belohnt: Am Parteitag der Wiener SPÖ am 27. April soll die Zweite Nationalratspräsidentin zu einem der fünf Stellvertreter von Parteichef Ludwig gewählt werden, heißt es aus SPÖ-Kreisen.

Dankbarkeit ist aber nicht der alleinige Hintergrund für diese Personalentscheidung: Liesing, wo Bures Bezirksparteichefin ist, gehört zu jenen Wiener Bezirken, in denen die SPÖ die meisten Mitglieder hat. „Deshalb ist es durchaus sinnvoll, einen Vertreter Liesings ins Präsidium zu holen“, sagt ein Funktionär zum KURIER. Bures‘ Bestellung sei aber auch ein wichtiges Signal an die Bundespartei, wo sie ebenfalls stellvertretende Vorsitzende ist.

Der Stellvertreter-Posten muss nachbesetzt werden, weil er durch Ludwigs Aufstieg an die Parteispitze im Vorjahr frei wurde. Ebenso wie jener von Renate Brauner, die sich aus ihren Funktionen in der Landespartei zurückzieht. Ihr soll Gemeinderätin Marina Hanke (nicht verwandt mit Stadtrat Peter Hanke) nachfolgen, die Brauner bereits als Frauenvorsitzende beerbt hat.

 

Die drei restlichen Stellvertreter-Posten werden nicht neu besetzt. Nationalrätin Ruth Becher, Wohnbaustandrätin Kathrin Gaal und Gewerkschafter Christian Meidlinger sollen am 27. April von den rund 1000 Delegierten in ihren Funktionen bestätigt werden.

Und das mit hohen Zustimmungswerten, wie man parteiintern überzeugt ist. Anders war das noch beim letzten Wahl-Parteitag vor zwei Jahren, auf dem der Konflikt um die Häupl-Nachfolge völlig eskalierte und es zu einer veritablen Streichorgie durch die Delegierten kam. Ludwig kam damals bei der Wahl zum Parteichef-Stellvertreter nur auf magere 67,8 Prozent. Stadträtin Brauner wurde als Vertreterin des gegnerischen Lagers mit 67,5 Prozent genauso abgestraft.

Diesmal, mehr als ein Jahr nach Ludwigs Übernahme der Partei, erwartet man wieder Ergebnisse im üblichen 90-Prozent-Bereich. Auch und gerade für Ludwig, bei dessen erstem Antreten als Parteichef bei einem Parteitag. „Er macht seine Sache sehr gut", meint ein Genosse. "Außerdem befinden wir uns ein Jahr vor der Wien-Wahl. Deshalb gibt es, Geschlossenheit zu demonstrieren."