© Kurier/Gerhard Deutsch

Reportage
04/01/2021

Die Wiener Maskenpflicht: Wenige Menschen, aber viel Verwirrung

Am ersten Tag der Maskenpflicht im Freien wurden die betroffenen Plätze eher gemieden.

von Konstantin Auer

An jenen Orten, an denen die Wiener nun Maske tragen müssen, ist am Donnerstag viel weniger los als üblich. Zumindest dieses Ziel hat die Maßnahme erreicht.

An feiernde Jugendliche erinnern am Donaukanal nur noch ein paar leere Bierdosen, die neben den Mistkübeln stehen. Wo sich noch am Mittwoch Dutzende zum Mittagessen in der Sonne getroffen haben, da sitzen am Donnerstag nur noch vereinzelt Menschen. Die meisten alleine.

Polizeistreife am Kanal

Unter den zahlreichen Joggern und Radfahrern trägt aber kaum jemand Maske. Die Sportler werden selbst von der vorbeifahrenden Polizeistreife ignoriert. Angesprochen werden nur Personen, die am Ufer oder auf den Bänken sitzen.

Einige von ihnen erzählen, dass sie von der Maskenpflicht nichts gewusst hätten. Die blauen Hinweis-Transparente der Stadt dürften sie übersehen haben.

Ein Mann, der an der Promenade am Boden sitzt, sitzt nach der Aufforderung der Polizei, die Maske zu tragen, etwas ratlos vor seinem Coffee-to-go. Bei der 28-jährigen Milen, die in ihrer Mittagspause einen mitgebrachten Burger auf einer Bank isst, sagen die Polizisten nur, dass sie die Maske doch nach dem Essen wieder anziehen solle.

"Dass hier jetzt Maskenpflicht herrscht, habe ich verpasst", sagt sie nach der Kontrolle, "aber essen ist anscheinend eh erlaubt."

Es herrschte also noch etwas Verwirrung am ersten Tag: Maskenloses Sporteln und Essen wurde geduldet, bei Getränken sieht die Sache anders aus. Und eine weitere Frage stellten sich die wenigen Bummler am Donaukanal: Wo nämlich die Jungen jetzt sonst hingehen.

"Für uns sind Bewegung und soziale Kontakte wichtig", sagt etwa der 19-jährige Sigi Rechberger, der mit einem Freund zum Spazieren gekommen ist. Jugendliche werden jetzt halt auf die Donauinsel oder in den Prater ausweichen, vermutet er.

Man sitze die ganze Zeit vor dem Laptop, seit die Uni zu ist. "Sie sollen uns doch Orte nennen, wo wir danach noch sicher hinkönnen", sagt er. Vor allem am Stephansplatz hätte die Polizei gezielt Jugendgruppen kontrolliert, meint er.

Kaum Masken am Dom

Aber auch dort, am Platz rund um den Dom, wo neben dem Donaukanal, dem Maria-Theresien-Platz, dem Karlsplatz und dem Schwedenplatz ebenfalls die Maskenpflicht gilt, ist am Donnerstag weniger los. Selbst Polizei ist hier am frühen Nachmittag keine zu sehen. Menschen mit Maske aber auch nur sporadisch.

Wer aus der U-Bahn-Station kommt, der behält die Maske meist auf. Viele, die den Platz zu Fuß passieren, vergessen wohl darauf. Am Stephansplatz selbst verweilen nur wenige. Die Geschäfte sind zu, kleine Schlangen bilden sich nur vor den Eissalons. Zumindest dieses Ziel schien die Maskenpflicht erreicht zu haben.

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